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Blutspenden erfolgen ohne Diskriminierung IMPULS 24

Die Regierung will einen gleichberechtigten Zugang zu Blutspenden sicherstellen, unabhängig von Geschlecht oder sexueller Orientierung. Künftig gilt für alle die „Drei mal Drei-Regel“: Wer in den letzten drei Monaten mit drei verschiedenen Partnern Sex hatte, wird für drei Monate vom Blutspenden ausgeschlossen – egal ob männlich, weiblich, hetero, schwul oder trans der Verordnung vor, sagte Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) dem Mittagsjournal.

„Wir beseitigen Ungleichbehandlungen, das ist völlig überholt“, erklärte Rauch. Auch die ÖVP, die sich in den vergangenen Jahren immer wieder gegen Änderungen beim Blutspenden ausgesprochen hatte, stimmte der Neuregelung zu.

„Künftig wird beim Blutspenden das individuelle Risikoverhalten berücksichtigt“, sagte Jugendstaatssekretärin Claudia Placolm (ÖVP) dem ORF-Mittagsjournal. Die allgemeine Diskriminierung der Bevölkerungsgruppen hat ein Ende. “Außerdem ist es wissenschaftlich fundiert.”

„Diesen Schritt verdanken wir unzähligen Aktivisten, die sich jahrelang dafür eingesetzt und Druck gemacht haben“, sagte SPÖ-Sprecher Mario Lindner. Als Betroffener verbot Lindner selbst die Blutspende der Volksanwaltschaft und sammelte mehr als 10.000 Unterschriften in einer Petition „gegen diese Diskriminierung von gestern“. Erst im April hätten ÖVP und Grüne Lindners Aussage gegen die Stimmen der gesamten Opposition zurückgewiesen, erinnerte der SPÖ-Gleichbehandlungssprecher.

„Wir können nur hoffen, dass die Verordnung ein explizites Diskriminierungsverbot enthält“, sagte Andrea Bruner, Geschäftsführerin der AIDS Hilfe Wien. Auch das hat Lindner gefordert. Nur so könne sichergestellt werden, dass die Rotkreuz-interne und durch keinerlei medizinische Belege begründete Praxis des Ausschlusses von Transgender-Personen zukünftig unterbunden werde, so Bruner und Anne-Sophie Otte, Obfrau der HOSI Wien.

NEOS-LGBTIQ-Sprecher Yannick Shetty zeigte sich erfreut, „dass die Bundesregierung endlich zur Vernunft gekommen ist“. Dass sie ein Ende des Verbots als ihren eigenen Erfolg ansehe, sei laut Shetty “etwas absurd und eine Verhöhnung der Betroffenen”. Denn es gab tausende engagierte Bürger, die nicht aufgegeben haben. Die Opposition erinnert die Regierung ständig daran, dass das Verbot der Blutspende absolut inakzeptabel ist.