Marktbericht
Stand: 20.05.2022 12:48 Uhr
Die Anleger sind äußerst pessimistisch in Bezug auf die hohe Inflation und die Erwartung steigender Zinsen. Dies eröffnet die Möglichkeit steigender Aktienkurse. Der DAX drückt am Ende der Woche aufs Gas.
Am letzten Handelstag der Woche legten die DAX-Bullen noch einmal kräftig zu. Nach einem positiven Handelsstart baute der deutsche Leitindex am Morgen seine Kursgewinne weiter aus. Das vorläufige Tagesmaximum liegt bei 14.161 Punkten, was einem Plus von 2,0 Prozent entspricht. Dadurch wurden die gestrigen Kursverluste mehr als ausgeglichen und der Widerstand von 14.000 Punkten wurde problemlos überwunden.
DAX wird durch China verstärkt
„Es wäre ein positives Zeichen, wenn der DAX diese psychologische Hürde am Wochenende nehmen könnte“, sagte Marktstratege Jurgen Molnar von RoboMarkets. Zumal auch der Abwärtstrend ab Januar nahe an der Rundenmarke liegt.
Gegenwind für die Aktienkurse kommt Ende der Woche aus China. Das Reich der Mitte will die konjunkturelle Abschwächung lindern, indem es einen wichtigen Zinssatz für langfristige Kredite senkt, der in Fernost bereits die Preise in die Höhe getrieben hat.
Laune als Kursfahrer?
Unterdessen sendet die Stimmung auch positive Signale an die Aktienmärkte. Die Stimmung unter den US-Aktienmanagern ist zuletzt noch gesunken. Sowohl Fondsmanager in den USA als auch Privatanleger in den USA und Börsenkorrespondenten seien pessimistisch, sagte Marktexperte Robert Retfeld von Wellenreiter-Invest.
Marktbeobachter sehen in der negativen Anlegerstimmung einen Gegenindikator als Argument für steigende Kurse. Das mag auf den ersten Blick paradox erscheinen. Fakt ist aber: Je negativer die Stimmung der Anleger ist, desto mehr Anleger haben bereits verkauft und desto mehr Geld halten sie. Es gibt also nur wenige Investoren, die noch verkaufen wollen oder können. Steigen die Kurse, stehen viele Investoren an der Seitenlinie, die bereit sind, in den fahrenden Zug zurückzukehren und damit die Kurse noch weiter anzuheben.
Steigende Erzeugerpreise erfordern Vorsicht
Aus fundamentaler Sicht erfordert der erneute Anstieg der Erzeugerpreise jedoch Vorsicht: Die Erzeugerpreise in Deutschland sind im April um 33,5 % gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Auch hier waren die Haupttreiber die Energiepreise.
„Das lässt befürchten, dass zumindest der Leitzins seinen Höchststand in Verbraucherpreisen noch nicht erreicht hat“, warnt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solvin. „Der Druck auf die EZB, die Zinsen bald anzuheben, wächst.“ Die meisten Marktbeobachter gehen derzeit davon aus, dass die Europäische Zentralbank (EZB) in diesem Sommer erstmals die Zinsen anheben wird. Damit ist die EZB einer der Nachzügler im aktuellen globalen Zinserhöhungszyklus der Zentralbanken.
Die Ölpreise steigen
Die Ölpreise steigen am Wochenende weiter. Mittags kostet ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 112,31 Dollar. Das sind 0,7 Prozent mehr als am Vortag. Der begleitende Wind für den Dollar-Rohstoff kommt vom schwächeren US-Dollar.
Gold gewinnt vom schwächeren Dollar
Der Euro kann seine jüngsten Kursgewinne am Ende der Woche schützen. Ein Euro kostet 1,0586 Dollar, das sind 0,1 Prozent mehr als am Vortag. In der Vorwoche fiel die europäische Währung auf ein Fünfjahrestief von 1,0354 US-Dollar.
Der schwächere Dollar ist gut für den Goldpreis. Eine Feinunze gelbes Edelmetall kostet mittags 1.847 Dollar, was einem Plus von 0,3 Prozent entspricht.
Mercedes-Benz versteigert Uhlenhaut-Coupé
Autobauer Mercedes hat eines von nur zwei Exemplaren des 300 SLR Uhlenhaut-Coupés für 135 Millionen Euro versteigert. Laut Mercedes ist das nach dem Ingenieur Rudolf Uhlenhout benannte Auto von 1955 das bisher teuerste Auto. Der Käufer ist ein privater Sammler.
Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz wird den Konzern bis 2028 führen
Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz wird den Stahl- und Industriekonzern für weitere fünf Jahre führen. Der Aufsichtsrat hat gestern beschlossen, den laufenden Vertrag für die Zeit von April 2023 bis Ende März 2028 zu verlängern. Der gelernte Maschinenbauingenieur leitet den Konzern seit Oktober 2019.
Gesucht werden Lufthansa-Flüge in die USA
Die Lufthansa erhole sich schneller als erwartet von der Covid-Pandemie, sagte Airline-Chef Carsten Spore gestern im Washington Aviation Club in der US-Hauptstadt. Insbesondere auf der Nordamerika-Route „sehen wir sehr starke Zahlen“, sagte er. „Ich denke, dass wir in der Sommersaison ehrlich gesagt ohnehin schon voll ausgelastet sind.“
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