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Russischer Ölkonzern Rosneft: Altkanzler Schröder verlässt den Aufsichtsrat

Stand: 20.05.2022 13:38

Altkanzler Schröder will als Aufsichtsratschef des russischen Ölkonzerns Rosneft zurücktreten. Das teilte das Unternehmen mit. Schröder sagte, es sei unmöglich, seine Amtszeit zu verlängern.

Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) will den Aufsichtsrat des staatlichen russischen Ölkonzerns Rosneft verlassen. Schröder, der den Aufsichtsrat von Rosneft leitet, sagte, es sei unmöglich, seine Amtszeit im Aufsichtsrat zu verlängern. Details oder Gründe wurden nicht genannt.

Der 78-jährige Schröder, ein langjähriger Freund des russischen Präsidenten Wladimir Putin, ist kürzlich unter starken Druck geraten, um zu fordern, dass Deutschland nicht länger als Öl- und Gaslobbyist für Russland wegen Russlands aggressivem Krieg in der Ukraine agiert. Aufsehen erregte Schröder unter anderem, als er inmitten einer Eskalation vor einem russischen Angriff auf ein Nachbarland die Forderungen der Ukraine nach Waffenlieferungen wie das “Schwertrasseln” kritisierte.

Verlorene Privilegien, die von Sanktionen bedroht sind

Bei der PSD sind mehrere Anträge auf Ausschluss der Partei Schröders anhängig. Erst gestern hat der Haushaltsausschuss des Bundestages die Mittel für Kabinett und Personal des Altkanzlers gekürzt – mit der Begründung, er nehme keine Aufgaben mehr wahr, die mit seinem früheren Amt zusammenhängen. Im vergangenen Jahr flossen mehr als 400.000 Euro aus der Staatskasse für Personalkosten in Schröders Büro. Laut Urteil hat der Altkanzler weiterhin Anspruch auf Altersversorgung und Personenschutz. Der Entzug der Privilegien seines ehemaligen Bundeskanzlers Schröder wird juristisch geprüft.

Auch auf europäischer Ebene hat sich die Kritik an Schröder nach dem russischen Angriff auf die Ukraine verschärft. Das Europäische Parlament hat gestern eine Resolution zugunsten von Sanktionen gegen Schröder verabschiedet, falls er trotz des Krieges seine Posten in russischen Unternehmen behält.

Schröder spielte auch in Nord Stream 2 mit.

Neben seiner Position im Aufsichtsrat von Rosneft bekleidet der SPD-Politiker auch Führungspositionen bei den Gaspipelines Nord Stream und Nord Stream 2, beides Erdgaspipelines durch die Ostsee, die Russland und Deutschland verbinden. Die bevorstehende Inbetriebnahme von Nord Stream 2 wurde nun von der Bundesregierung ausgesetzt.

Laut Rosneft ist auch der deutsche Geschäftsmann Matthias Warnig, der mit Schröder im Vorstand saß, aus dem Vorstand ausgeschieden. Warnig ist Chef von Nord Stream 2.

Schröder kündigt seinen Job bei Rosneft

Georg Schwarte, ARD Berlin, 20. Mai 2022, 13:55 Uhr