Die Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt sorgte mit ihren Stellenanzeigen in der aktuellen Stadtzeitung für Aufsehen. Nach der neutralen Formulierung der Ausschreibungstexte folgt der Hinweis, dass Bewerbungen von Männern besonders willkommen sind, berichtete der ORF Kärnten. Bürgermeister Christian Scheider (Team Kärnten) berief sich auf das Landesgesetz, dass kein Geschlecht diskriminiert werden dürfe – auch nicht Männer.
Gesucht werden dem Bericht zufolge Personen an der Spitze des Präsidiums, Sozialarbeiter und Ärzte. Jede Anzeige ist neutral formuliert, richtet sich also sowohl an Frauen als auch an Männer. Beeindruckend ist jedoch die Passage nach jeder Anzeige, wonach die Bewerbungen von Männern besonders willkommen sind. Dies liegt daran, dass „der Anteil der Männer im Bereich der zuständigen offiziellen Stelle in einer solchen Verwendung oder Funktion weniger als 50 Prozent beträgt“, heißt es in der Mitteilung.
“Gesetzlich vorgeschrieben”
Scheider verwies auf das Landesrecht, räumte gegenüber dem ORF aber ein, dass die Optik nicht die beste sei: „Es scheint seltsam, aber es stimmt, dass wir gesetzlich dazu verpflichtet sind.“ Man halte sich nur an das Gesetz, weil „sonst das Landesgesetz aufgehoben werden muss“.
Rechtsanwalt Michael Wolgemuth, Fachanwalt für Arbeitsrecht, spricht über eine theoretische Möglichkeit im Recht. Wenn es eine sachliche Begründung gäbe und es tatsächlich viele Frauen auf dem Arbeitsmarkt gäbe, dann wäre das möglich. Dieses Vorgehen würde er der Stadt laut Anwalt nicht empfehlen.
Tatsächlich gebe es aber Abteilungen mit einem sehr hohen Frauenanteil in der Belegschaft, sagte der Bürgermeister: „In bestimmten Abteilungen 70 bis 80 Prozent.“
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