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Mordverdacht nach tödlichem Brand in Wien-Zimmering

Der 90-jährige Mann wurde von Rettungskräften mit einer Drehleiter vom Balkon gerettet. Für ihren Mann kam jede Hilfe zu spät. Die Frau, die an einer Rauchvergiftung litt, wurde bereits ins Gefängnis gebracht.

Nach dem Brand, dessen Ursache zunächst unklar war, übernahm das Landeskriminalamt Wien (Leiche/Leben und Brand) die Ermittlungen. Im Zuge dessen wuchs der Verdacht, dass die 90-jährige Frau das Feuer vorsätzlich gelegt haben muss. Er wollte den Mann töten und dann sich selbst. Der 93-Jährige soll an einer langen Krankheit gelitten haben.

Die Feuerwehr wurde gegen 2.30 Uhr alarmiert. Die Feuerwehr löschte das Feuer rund zwei Stunden lang. Die Feuerwehr musste die Flammen mit Atemschutzgeräten von innen unter Kontrolle bringen. 27 Mann und sechs Fahrzeuge waren im Einsatz.

Die Tat gehört zu einer Reihe solcher tragischer Morde, bei denen Angehörige die Pflege ihrer Angehörigen nicht mehr bewältigen können. Erst vor einem Monat tötete ein 84-jähriger Mann aufgrund einer schweren Krankheit seine 82-jährige Frau und den Familienhund. Im Februar tötete ein 60-jähriger Mann in Graz seine Mutter und seinen Bruder und tötete sich dann selbst, weil er mit der Pflege überfordert war.

Am Donnerstag befassten sich Schwesterorganisationen, Gewerkschaften und der Dachverband der Sozialen Sicherheit mit dem Thema. Verbesserungsbedarf sahen sie bei der Pflegereform der Bundesregierung. Die Entlastung pflegender Angehöriger reicht ihnen nicht aus. Nur rund 24.000 von rund 950.000 pflegenden Angehörigen haben Anspruch auf einen Familienbonus von 1.500 Euro. Voraussetzungen sind Pflegestufe 4 und eine Selbst- oder Weiterversicherung der Angehörigen. Kritisiert wurden Rentner, die laut Sozialversicherungsträger die Hälfte der Pflege von Angehörigen übernehmen. Nach Angaben des Spitzenverbandes der Sozialversicherungsträger ist aufgrund der für die Auszahlung erforderlichen Vorarbeiten „nicht gewährleistet“, dass der Familienbonus ab dem 1. Januar 2023 wie geplant ausgezahlt wird.

„Leider gab es in diesem Jahr bereits mehrere Fälle, in denen ältere Menschen den Herausforderungen der Pflege überfordert waren. Deshalb müssen wir schnell präventive Maßnahmen ergreifen, um den Menschen Hilfe anzubieten. Es muss unsere Priorität sein, schnell Maßnahmen zu entwickeln, um vor allem ältere Menschen vor solchen Verzweiflungstaten zu schützen“, betonte FPÖ-Frauen- und Seniorensprecherin Rosa Ecker. „Wir sollten auch nicht vergessen, dass viele ältere Menschen in unserem Land – verstärkt durch die Pandemie – in den letzten zwei Jahren einsam waren und sich allein gelassen fühlen.“

NEOS kritisiert auch, dass die von ÖVP und Grünen gefeierte Pflegereform mehr Geld vor allem für den Krankenhaussektor bereitstellt. „Ein bisschen mehr Geld in die Hände einiger Betreuer zu stecken, löst keine strukturellen Probleme – und die Regierung hat keine Ahnung, wie Menschen zu Hause alt werden können“, sagt Gesundheitssprecherin Fiona Fidler. „Man spricht immer viel von ‚ambulant vor stationär‘ und ‚Pflege zu Hause‘ – aber die Pflegereform dieser Bundesregierung bringt in diesem Bereich keine konkreten Verbesserungen. Tragödien wie diese nehmen zu, sollten aber ein Weckruf für die häusliche Pflegebranche sein. Wir dürfen ältere Menschen nicht allein lassen.”

(SERVICE – Sie befinden sich in einer ausweglosen Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums bietet Hilfe für Menschen mit Suizidgedanken und deren Angehörige. Kontaktdaten von Hilfsorganisationen finden Sie unter www .suizid-praevention.gv.at Österreich Informationen über Jugendliche unter www.bittelebe.at)