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“Es wird kein Hängespiel geben”: Wen ersetzt Scholz für Lambrecht?

“Es wird keine Sackgasse geben” Wen macht Scholz für Lambrecht wett?

17.01.2023, 05:30 Uhr

Nach dem Rücktritt von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht musste Bundeskanzler Scholz schnell eine Lösung vorschlagen. Die Personalentscheidung soll laut Arbeitsminister Hubertus Heil heute bekannt gegeben werden. Mehrere Namen werden diskutiert.

Nach dem Rücktritt von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht wird Bundeskanzler Olaf Scholz voraussichtlich heute seine Nachfolge bekannt geben. Arbeitsminister Hubertus Heil sagte am Montagabend in der ARD-Sendung Hart aber fair, die Kanzlerin werde die Personalien zügig bekannt geben – „genau morgen“. „Es wird keine Sackgasse geben“, betonte der GSDP-Politiker. Die FDP-Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte in den Tagesthemen der ARD zum Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, das Vakuum müsse sofort gefüllt werden.

Die seit Monaten in der Kritik stehende Verteidigungsministerin schrieb am Montagmorgen, sie habe um die Freilassung von Scholz gebeten. Die Frage nach dem Erben bleibt zunächst unbeantwortet. Scholz sagte jedoch: „Ich habe eine klare Vorstellung und es wird sehr schnell allen bekannt sein, wie das weitergehen soll.“ Als mögliche Nachfolgekandidaten wurden GSVP-Chef Lars Klingbeil, Kanzleramtschef Wolfgang Schmidt und Arbeitsminister Heil sowie Wehrbeauftragte Eva Högl und die Parlamentarische Staatssekretärin im Verteidigungsministerium Siemtje Möller diskutiert.

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Angesichts der Spekulationen am Montagabend äußerte sich Heil nicht direkt, betonte aber persönliche Pläne in seiner jetzigen Abteilung. „Als Arbeitsminister habe ich jedenfalls noch einiges vor“, sagte der SPD-Politiker in Hart, aber fair. Wann und wie Scholz die Personalentscheidung bekannt gibt, ist noch nicht offiziell bekannt. Am Vormittag wird die Kanzlerin zu einem Treffen in Mainz erwartet, für das Mittagessen steht ein Besuch im Auswärtigen Amt in Brandenburg an der Havel an.

Lambrecht hinterlässt dem künftigen Abteilungsleiter eine ganze Reihe von Baustellen. Die Modernisierung der Bundeswehr steht mit Hilfe des 100-Milliarden-Euro-Sondervermögens erst am Anfang. Bisher wurden lediglich Verträge über gut zehn Milliarden Euro abgeschlossen. Bundeskanzler Scholz hatte nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im vergangenen Februar die Aufrüstung angekündigt.

Noch ist unklar, wie die Waffenlieferungen an die Ukraine weitergehen werden. Nachdem die Bundesregierung kürzlich beschlossen hat, Marder-Schützenpanzer zu liefern, dreht sich die aktuelle Debatte um die Versorgung des angegriffenen Landes mit Leopard-Kampfpanzern. Auch Mängel an mehreren Waffensystemen wie dem Schützenpanzer Puma und Schwierigkeiten bei der Munitionsversorgung sind ständige Probleme für die Truppe.

Die Frauenorganisation der GSVP pochte darauf, die paritätische Zusammensetzung des Bundeskabinetts beizubehalten, also eine paritätische Besetzung von Ministerinnen und Ministern. „Eine Gesellschaft, die zu mehr als 50 Prozent aus Frauen besteht, muss sich auch im Kabinett widerspiegeln“, sagte die Vorsitzende des sozialdemokratischen Frauenarbeitskreises, Maria Neuhl, der Rheinischen Post. „Fifty-Fifty soll weiterhin gelten. Es steht für SPD.“