Am 1. Februar 2023 werden die Notaufnahmen im Burgenland wieder geöffnet – nach einer pandemiebedingten Pause von fast drei Jahren. Sie werden mit dem aktuellen Stationsrundgang verlinkt. Über das Gesundheitstelefon 1450, das vom Landessicherheitszentrum betrieben wird, können sich Burgenländerinnen und Burgenländer über die nächstbeste Versorgung bei medizinischen Problemen informieren. Die Akuteinsätze decken das gesamte Burgenland von Montag bis Freitag von 17:00 bis 22:00 Uhr mit zusätzlicher allgemeinmedizinischer Betreuung ab.
Foto: Wolfgang Millendorfer
LH Hans Peter Doskozil, Gesundheitsreferent in der Burgenländischen Landesregierung, betont: „Akutpraxen im Burgenland sollen eine Anlaufstelle für Patienten sein, wenn die hausärztlichen Praxen geschlossen sind. Die medizinische Versorgung verbessert sich auf breiter Front, Wartezeiten werden kürzer – und wir entlasten auch die Ambulanzen.“
Nun wird über den nächsten Ausbauschritt nachgedacht: „Die Wiedereröffnung der Akutpraxen ist die erste Ausbaustufe eines neuen Gesundheitsdienstes im Burgenland. Die Akutpraxen neben den Krankenhäusern in Oberwart und Eisenstadt werden in diesem Jahr um Erstversorgungspraxen erweitert. Dann sind sie tagsüber geöffnet und mit niedrigen Schwellen leicht zu erreichen“, so der Landeshauptmann weiter.
Eine Kombination aus Ordinationen und Besuchen
Hausärzte haben in den Praxen Dienst – wenn die meisten Hausärzte bereits geschlossen haben, werktags zwischen 17:00 und 22:00 Uhr. Die Operationen sind auf das bestehende System der Stationsärzte abgestimmt: Sie besuchen Patienten zu Hause, wenn sie aus medizinischen Gründen nicht zu einer Akutoperation kommen und nicht bis zum nächsten Operationstag warten können.
In Kittsee, Eisenstadt, Oberpullendorf, Oberwart und Güssing befinden sich die Büros neben oder in den Krankenhäusern. Darüber hinaus gibt es Untersuchungsräume und Stützpunkte an den Rotkreuzstützpunkten in Mattersburg und Jenersdorf. Im Bezirk Neusiedl gibt es einen Regionalstützpunkt in Frauenkirchen, in der Landeshauptstadt beim Roten Kreuz Stützpunkt. Das Gesundheitstelefon 1450 berät Anrufer, ob sie mit ihren medizinischen Problemen die nächstgelegene Praxis oder Krankenhausambulanz aufsuchen sollten und vermittelt bei Bedarf auch einen Hausbesuch.
Zwei neue Standorte in Eisenstadt und Oberwart
Akutpraxen in den beiden größten Gemeinden des Burgenlandes befinden sich an neuen, besser erreichbaren Standorten: Neben den Hauptkrankenhäusern in Eisenstadt und Oberwart hat das Land spezielle OP-Container geschaffen – sie sind für Patienten besser erreichbar als bisher Plätze innerhalb großer Krankenhäuser.
In Oberwart befinden sich die Praxiscontainer in der Billrothstraße, neben der Einfahrt zum Besucherparkplatz des KRAGES Krankenhauses. In Eisenstadt stehen die gleichen Container gegenüber dem Parkhaus des Krankenhauses der Brüder der Nächstenliebe. Die Fläche der Container beträgt fast hundert Quadratmeter. In einer Containerpraxis ist Platz für zwei ärztliche Untersuchungen, ein Wartezimmer, ein Badezimmer und ein Dienstraum für das Personal.
Hintergrundinformationen: Ein innovatives Pionierprojekt
Die Akutchirurgie gilt als Pionierprojekt im burgenländischen Gesundheitswesen. Ziel ist es, die Krankenhausambulanzen zu entlasten und das Leistungsangebot der Hausärzte in Randzeiten zu ergänzen. 2018 wurden nach einer Pilotphase in Oberwart alle Bereiche des Burgenlandes erschlossen – damals ein einmaliges Projekt in Österreich.
Vertragspartner waren das Land Burgenland und die damalige Landeskrankenkasse Burgenland (heute ÖGK) in Abstimmung mit der Ärztekammer Burgenland und der Staatssicherheitszentrale, die Blaulichtorganisationen Arbeiter-Samariterbund und Österreichisches Rotes Kreuz, sowie alle Interessengruppen in den Gemeinden und Städten.
Im März 2020 fand österreichweit der erste COVID-19 Lockdown statt. Auch Akutpraxen wurden damals als Vorsichtsmaßnahme gegen die Ausbreitung des Coronavirus geschlossen. Ab 2023 werden die Akutkliniken von der Landesholding Burgenland im Auftrag des Landes geführt.
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