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Lebenslange Haft beantragt – SWR Aktuell

Der Trierer Krawallprozess steht kurz vor dem Urteil: Am Freitagvormittag fanden die ersten Plädoyers statt.

Generalstaatsanwalt Eric Samel ist der erste, der handelt. In seinem Plädoyer forderte er lebenslange Haft für den Angeklagten und eine besondere Schwere der Schuld. Zudem soll der Beschuldigte in einem forensisch-psychiatrischen Zentrum untergebracht werden.

Staatsanwalt: Offenbar war der Angeklagte der Fahrer des Autos

Laut Samel besteht aufgrund von Zeugenaussagen kein Zweifel daran, dass der Angeklagte während der gesamten Fahrt der Fahrer des Fahrzeugs war. Es gibt viele Beweise für die Reise.

Die Vernehmung des Angeklagten ergab, dass die Tat nicht spontan erfolgte. Der Angeklagte habe sein „Auto als Waffe“ benutzt, um „Passanten anzugreifen“, sagte Samel. Das Ziel war „maximale Zerstörung“: Er nutzte die gesamte Breite der Fußgängerzone, um mit seinem Hochgeschwindigkeits-SUV möglichst viele Menschen zu töten oder zu verletzen.

Die Opfer “hatten keine einzige Chance”. Er verursachte unermessliches Leid.

In seinem Plädoyer forderte Generalstaatsanwalt Eric Samel lebenslange Haft für die Angeklagten und eine besondere Schwere der Schuld. CSR

“Ich komme mir vor wie in einem schlechten Horrorfilm.”

Auch der Anwalt des Opfers drängt auf eine lebenslange Haftstrafe

Roderich Schmitz vertritt die Nebenklägerin, die bei dem Amoklauf ihren Mann und ihr Baby verlor. Sie selbst und ihr Sohn mussten das Verbrechen mit ansehen. Das Kind litt nach der Tat unter schweren Schlafstörungen und die Mutter befindet sich weiterhin in psychiatrischer Behandlung. Auch Rechtsanwalt Schmitz hat für den Angeklagten lebenslange Haft beantragt – bei besonders schwerer Schuldlast.

„Der Angeklagte soll dorthin gehen, wo er hingehört: ins Gefängnis.

Der Mann durfte sich nicht mehr mit der Öffentlichkeit treffen, sagte der Anwalt. Die Freiheitsstrafe wird verlängert, wenn die Schuld besonders schwer ist. Eine lebenslange Haftstrafe läuft in der Regel nach 15 Jahren ab.

Rechtsanwalt Andreas Amer vertritt einen Polizisten, der bei der Tat schwer verletzt wurde und sich nun in einem Pflegeheim befindet. Amer betonte die Bedeutung von Nebenklagen, um den Opfern des Amoklaufs eine Stimme zu geben.

„Die Unbefangenheit und das Sicherheitsgefühl vieler Menschen in Trier wurde durch diese Tat genommen.“

Die Urteilsverkündung in dem Amoklauf-Fall wird voraussichtlich Mitte August erfolgen

Am kommenden Donnerstag werden weitere Nebenkläger ihre Plädoyers erheben, am 11. August dann beide Verteidiger des Angeklagten. Es gibt insgesamt 15 gemeinsame Kläger in der Klage. Das Urteil fällt voraussichtlich am 16. August.

Trier

Am 1. Dezember 2020 starben fünf Menschen bei einem Amoklauf in Trier. Viele weitere werden verletzt. Eine Tat, die noch heute für Entsetzen sorgt. Mehr ▼…

Hunderte Zeugen wurden vor dem Landgericht Trier vernommen

Der Prozess gegen den 52-jährigen Mann aus Trier-Zeven läuft seit August vergangenen Jahres. Hunderte Zeugen wurden befragt, darunter viele Augenzeugen des Amoklaufs, Polizisten und Bekannte der Angeklagten.

Sachverständiger: Der Angeklagte ist strafmündig

Ende Juni sagte der psychiatrische Sachverständige aus und definierte den Angeklagten als Minderkriminellen. Er leidet an paranoider Schizophrenie. Bei einem ausgebildeten Elektriker wurde ein seltsamer Wahn entdeckt.

Das Urteil im Amok-Fall ist wahrscheinlich im Sommer

Vollzieht das Gericht das Urteil der psychiatrischen Untersuchung, so wird der Beschuldigte zunächst in einer Anstalt für straffällige Personen untergebracht.

Der Angeklagte soll im Dezember 2020 in der Trierer Fußgängerzone fünf Menschen überfahren und getötet haben. Viele weitere wurden verletzt.