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Umwelt – Der österreichische Wald wächst

Trotz der negativen natürlichen Auswirkungen von Sturmschäden auf Borkenkäfer wachsen die österreichischen Wälder. „Seit zehn Jahren ist die Waldfläche jeden Tag um sechs Hektar gewachsen“, lautete die Bilanz von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (ÖVP) bei der Vorstellung der Waldinventur für den Zeitraum 2016–2021 am Mittwoch. Es wächst mehr Wald als genutzt wird, und das macht 47,9 Prozent der Landesfläche aus.

Insgesamt entspricht dies einer Fläche von mehr als vier Millionen Hektar, wobei der größte Teil des Wachstums in den Bergregionen des Westens verzeichnet wird, entweder durch Aufforstung oder natürlich. „Der Klimawandel führt zu einer Erhöhung der Waldgrenze, aber das geschieht sehr langsam“, sagte der Leiter der Bundesforschungsanstalt für Forst Peter Meier bei einer Pressekonferenz in Wien.

Die Waldinventur zeigt auch, dass derzeit 89 Prozent des Aufwuchses abgeholzt werden, zuvor waren es nur zwei Drittel. Aber hier kommen die negativen Einflüsse ins Spiel. Nur ein Teil wird geerntet, den die Förster wollen, den Rest erzwingen die oben erwähnten Stürme oder Borkenkäfer, wenn sie durch Trockenheit geschwächte Bäume befallen: „Der Anteil der Nutzungen durch ungeplante Natureinflüsse hat in den letzten Jahren zugenommen“, so der Landwirtschaftsminister.

Verhandlungen über die EU-Waldstrategie

Die EU-Waldstrategie wird derzeit verhandelt. Das Projekt ist Teil des Klimaschutzpakets „Fit für 55“, das zum Ziel hat, die Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Unter anderem müssen mehr Wälder geschaffen und bestehende Wälder nachhaltiger bewirtschaftet werden.

Ihm gehe es „um aktives Management, nicht um einen Leerlauf“, sagte Tochnig. Sie würden sich mit anderen waldreichen EU-Ländern verbinden. „Es wird gewisse strenge Schutzauflagen geben, aber die Verhandlungen laufen noch“, sagte der Minister.

Knapp 50 % der Staatsfläche Österreichs besteht aus Wäldern. Die drei waldreichsten Bundesländer sind die Steiermark mit 62 %, Kärnten mit 61 % und Salzburg mit 52 %. Schlusslicht ist Wien als Stadt mit 22 % Waldfläche. Weitere Daten aus der aktuellen Waldinventur zeigen, dass die Fichte mit rund 46 Prozent nach wie vor die häufigste Baumart in Österreich ist. Generell geht der Trend zum Mischwald. Das sichert die Biodiversität, sagte Meyer. Insgesamt gibt es beim Laubholz einen Zuwachs von acht Prozent, beim Laubmischbestand sechs Prozent, während der reine Nadelwald ein ebenso hohes Minus aufweist.

„Der Totholzanteil ist in den letzten Jahren um 18 Prozent gestiegen“, so Meyer weiter. Das mag negativ klingen, ist aber ein weiterer positiver Aspekt im Bereich Biodiversität: Faulendes Holz dient Tieren und Pflanzen als Nist-, Entwicklungs-, Nahrungs- oder Winterquartier.

Andererseits hat sich das Verhältnis zwischen Wald und Wild sogar negativ entwickelt. Wild ist ein wachsendes Problem bei der Waldsanierung: 420 Hektar wurden durch Surfen geschädigt, und hier ist eine Umkehr erforderlich, sagt Meyer. Besonders schwierig ist der Aufbau von Schutzwäldern, da auch hier „Schuppenschäden“ zu finden sind.

Waldbrand-Aktionsprogramm

Generell ist der Wald auch eine wichtige Lösung im Kampf gegen den Klimawandel. „Damit der Klimawandel weiter funktioniert, ist eine aktive Waldbewirtschaftung wichtig“, sagte Tochnig und verwies auf den mit 350 Millionen Euro dotierten Waldfonds zur Entwicklung „klimafreundlicher Wälder“. Auch der Wald falle der Klimakrise zum Opfer, aber die Lage in Österreich sei noch nicht so akut wie in Südeuropa, sagte der Leiter der Bundesforschungsstelle Meyer.

Mit fortschreitendem Klimawandel wird dieses Problem aber auch Österreich betreffen. Die Bundesforste werden sich dieser Herausforderung stellen. In diesem Zusammenhang wurde das in Kürze startende „Waldbrand-Aktionsprogramm“ erwähnt, und die Wiederaufforstung reagiert bereits auf das Problem, denn „ein widerstandsfähigerer Wald muss der Wald der Zukunft werden“. (apa/Hrsg.)