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Die Energie-“Ausgangssperre” wird überprüft – noe.ORF.at

Nachts beleuchtete Straßen, Gebäude oder Parkplätze – für die meisten Menschen eine Selbstverständlichkeit. Doch inmitten von Inflation und unsicherer Versorgungslage stellt sich nun die Frage, ob in diesen Infrastrukturbereichen nicht große Mengen an Strom und Energie als Reserve für den kommenden Herbst und Winter eingespart werden können.

Der für Energie zuständige Landeshauptmann-Stellvertreter Pernkopf fordert deshalb eine Ausgangssperre der anderen Art: „Ich verstehe absolut nicht, dass die Parkplätze nachts beleuchtet werden. Auch Schaufenster müssen nicht immer beleuchtet sein. Die Ausgangssperre würde das ausdrücken: Wenn es sinnvoll ist, kann man etwas beleuchten, aber dann muss man es ausschalten“, sagte er im Interview mit noe.ORF.at.

Überlegungen zur Energieeinsparung

Das Land Niederösterreich will mit Energiesparmaßnahmen aktiv werden. So wird beispielsweise eine „Ausgangssperre“ für unnötigen Strom- und Lichtverbrauch erwogen.

Kommunen und Gemeinden prüfen Einsparpotenziale

Die Gemeinden untersuchen bereits, wo Energie eingespart werden kann, betonte der Präsident des niederösterreichischen Gemeindeverbandes ÖVP Johannes Pressl. Beispielsweise kann in verschiedenen kommunalen Systemen Strom eingespart werden. Aber auch das spätere Einschalten der Straßenlaternen, der verstärkte Einsatz von LEDs oder das nächtliche Abschalten einiger Lichter wird erwogen. Doch bei all diesen Maßnahmen gelte: „Die Sicherheit muss gewährleistet sein und auch die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen passen“, sagte Pressell.

Neben den Gemeinden werden auch die Gemeinden im Bundesland ihre Einsparpotenziale untersuchen, sagte Pernkopf nach einem Gespräch mit dem Diözesanbischof von St. Pölten, Alois Schwartz. Man müsse das Licht nicht komplett ausschalten, sondern zum Beispiel nur um Mitternacht ausschalten, sagt Pernkopf.

Einige Orte schalten bereits das Licht aus

Wie eine Sendung von noe.ORF.at zeigt, schalten einige Gemeinden bereits das Licht aus. Über Wr. Neustadt, wie Stadtrat Franz Dinhobl (ÖVP) erklärt: „Wichtig ist, dass jede einsparbare Kilowattstunde auch eingespart wird. Bei uns müssen der Dom, der Wasserturm, die Teresianische Militärakademie und das neue Kloster nicht unbedingt geweiht werden und werden es vorerst auch nicht.”

Stadt Wiener Neustadt/Weller Der Wasserturm in Wr. Neustadt ist seit vergangener Woche nachts nicht mehr beleuchtet

In Mödling bleibt es rund um die Kirche St. Ottmar, sagt Otto Rezak (ÖVP), Stadtrat für Umwelt und Energie. Ab dieser Woche werden die Bodenscheinwerfer in der Fußgängerzone nicht mehr leuchten. Laut Rezak erwartet die Gemeinde dadurch erhebliche Einsparungen.

Die Lichtintensität werde in St. Pölten halbiert, erklärt Pressesprecher Thomas Kainz, man könne nicht viel ausschließen: „Es gibt in St. Pölten nur sehr wenige öffentliche Denkmäler, die entsprechend bestrahlt werden. Eine davon ist die Rathausplatzsäule, die Teil der Gesamtbeleuchtung des Rathausplatzes ist.“

Auch in unserem Privatleben steht Energiesparen im Fokus

Wie noe.ORF.at-Umfragen in Sankt Pölten und Horn zeigen, scheint die Bereitschaft zum Energiesparen sehr groß zu sein. So erklärte beispielsweise ein Mann aus Neulengbach (Bezirk St. Pölten): „Seit letztem Jahr habe ich eine Photovoltaikanlage. Ich versuche, weniger Auto zu fahren, habe das Ticket für die Klimaanlage gekauft und fahre jetzt nur noch mit der Bahn.”

Und eine Frau aus Puchberg am Schneeberg (Kreis Neunkirchen) sagte: „Wir reduzieren die Heizung oder schauen, was wir im Winter reinbringen.“ Auch viele andere Menschen berichteten, dass sie bereits Strom und Energie sparen. Land, Gemeinden und Kirchengemeinden könnten bald nachziehen.