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CoV: Kein Eintritt in Kindergärten – wien.ORF.at

Auf Nachfrage von „Wien heute“ teilte das Büro des zuständigen Wiener Bildungsstadtrats Christoph Wiederker (NEOS) mit, dass auch in Wien das bundesweite Betretungsverbot gelte. Zeigt ein Kind Symptome wie Husten oder Schnupfen, werden die Eltern gebeten, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Bis Ende des Jahres werden wie bisher jeden Monat fünf kostenlose PCR- und fünf Antigen-Tests durchgeführt. Die Bundesregierung plant keine Ausweitung des Testangebots.

Zumindest der PCR-Lollipop-Test soll laut Stadt bis zum Herbst überall in Kindergärten zum Einsatz kommen. Auch den Relaunch der Lollipop-Tests ab Herbst wollen sie sich anschauen. Die Gemeinde Wien wartet auf die endgültige Verordnung, die am 1. August in Kraft tritt.

Eintrag verweigert “kann nicht verifiziert werden”

Laut einer Sprecherin von Wiederkehr ist es nicht möglich, das Verbot für positiv getestete Kinder zu verifizieren, da Eltern einen positiven Fall nicht der Kindergartenleitung melden müssen. Die Stadt sagt, man müsse hoffen, dass die Menschen in Zukunft ehrlich seien. Das Betretungsverbot gilt für Kinder unter elf Jahren. Wenn sie positiv getestet werden, dürfen sie den Kindergarten oder die Grundschule nicht besuchen.

Aufregung nach dem ZIB2-Interview

Für Aufsehen sorgte das Interview, das Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) am Dienstagabend auf ZIB 2 gab: Er sagte, Kinder mit positivem Test könnten ohne Symptome in den Kindergarten gebracht werden. Unterdessen zog der Minister diese Aussage via Twitter zurück. In ZIB2 widersprach der Minister seiner eigenen Regelung. Die Anwälte der Stadt prüfen nun das weitere Vorgehen.

Meine Behauptung gestern in #zib2, dass infizierte Kinder mit Maske in den Kindergarten dürfen, war falsch. Entschuldigung Eigentlich gibt es keinen Eintrag. 1/2

– Johannes Rauch (@johannes_rauch) 27. Juli 2022

„Da im Durchschnitt nicht davon ausgegangen werden kann, dass Kinder im Kindergarten oder in der Grundschule (…) die Maske korrekt tragen (siehe technische Begründung), ihr epidemiologisches Gefährdungspotential einschätzen und ihr Verhalten entsprechend anpassen, kein Eintrag für SARS-Kinder mit CoV-2 angesteckt werden sollen“, heißt es im Verordnungstext.

Der Hacker kritisiert

Dem widersprach der Gesundheitsminister am Dienstagabend auf ZIB2. „Wenn Ihr Kind keine Symptome hat, bringen Sie es mit einer Maske in den Kindergarten. Er kann es dort lassen und wieder abholen. Es ist möglich.” Am Mittwoch erklärte sein Ministerium, dass dies nicht stimmt: Kinder unter elf Jahren – darunter auch Grundschulkinder – erhalten bei positivem Test ein Einreiseverbot.

Gesundheitsminister Rauch über das Ende der Quarantäne

Etliche Experten stehen dem Ende der Quarantäne für CoV-Infizierte äußerst kritisch gegenüber. Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) äußerte sich im Studio zur Neuregelung.

Das sieht Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) am Mittwoch kritisch. „Wenn der Gesundheitsminister ernsthaft der Meinung ist, dass in Österreich nur gesunde Kinder von ihren Eltern in den Kindergarten gebracht werden, dann hat er sich noch nicht viel mit dem Thema Grundschulbildung auseinandergesetzt“, sagte er im Interview mit Wien Heute. Für viele Eltern gibt es keine Alternative zur Arbeit. Sie brachten kranke Kinder in den Kindergarten, weil sie keine Alternative hatten. Es sollte keine zusätzliche Zeit für die besondere Betreuung kranker Kinder bleiben.

Hacker nimmt die Kindergartenverordnung kritisch unter die Lupe

Er befürchtet „Massenschließungen“.

In Wiener Kindergärten beraten Anwältinnen und Anwälte bereits zum Umgang mit der Quarantäne. Denn Mitarbeiter dürfen künftig auch dann zur Arbeit gehen, wenn sie positiv getestet wurden, aber keine Symptome aufweisen. Natasha Taslimi vom Elementary Education Network betonte gegenüber der APA, dass es keine gute Idee sei, infizierte Kindergärtnerinnen zur Arbeit zu schicken. CoV-positives Personal wird in der Kita nicht essen und trinken können, da viele Einrichtungen keine Nebenräume haben, in die das Personal eintreten kann, und gleichzeitig sollten Kinder nicht unbeaufsichtigt gelassen werden.

Taslimi befürchtet „Massenschließungen“ für den Herbst, wenn es keine Personalaufstockungen gibt. „Bereits personell unterbesetzt in der Kita, CoV-Maßnahmen waren immer mit einem enormen Verwaltungsaufwand verbunden, der allein durch das Personal bewältigt werden konnte.“ Zusätzliches Personal für Verwaltungstätigkeiten werde dringend benötigt, um den sicheren Betrieb der Kita gewährleisten zu können.

Auch die Wiener Kinderfreude meldete sich heute per Sendung: Sie halten es für zweifelhaft, dass Covid-infizierte Grundschullehrer tatsächlich Gruppen im Kindergarten leiten.