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Kromp-Kolb lobt “Hitze-Aktionsplan” – wien.ORF.at

„Was wir haben, lässt sich sehr schnell umsetzen. Und das ist wichtig, weil wir es im Sommer brauchen“, sagte Cromp-Kolb gegenüber Wien Heute zum „Hitzeaktionsplan“ der Stadt. Allerdings seien die Maßnahmen “sicherlich nicht ausreichend”. Aber: “Ich glaube nicht, dass es etwas Schnelleres gibt.”

Subventionen an Klimaschutz koppeln

Auch Autos tragen laut dem Forscher zur Überhitzung der Stadt bei – zumindest wenn es sich nicht um Elektroautos handelt. „Jeder weiß, dass der Motor warm wird – und dann bleiben die heißen Motoren stehen und sind quasi Heizungen für die Stadt“, sagt Kromp-Kolb. Es geht darum, mit deutlich weniger motorisiertem Individualverkehr umzugehen.

Klimaforscherin zum Hitzeaktionsplan

Helga Kromp-Kolb, Klimaforscherin an der Universität für Bodenkultur Wien, spricht über langfristige Maßnahmen gegen die Hitze in Wien und die wichtigsten Maßnahmen im Kampf gegen den Klimawandel.

Zudem müssten sich nach Ansicht des Klimaforschers die Lebensvorstellungen ändern, um bestehenden Wohnraum besser zu nutzen – statt Neubauten auf vormals grünen Wiesen zu bauen. Das Wichtigste im Kampf gegen den Klimawandel sei aber: „Überall dort, wo der Staat oder die Stadt Geld in die Hand nimmt, sorgt man dafür, dass dieses Geld so eingesetzt wird, dass es gleichzeitig Klimaschutz bedeutet.“ Es brauche Unterstützung fällig angesichts der aktuellen Krisen in vielen Bereichen – es muss nachhaltig sein.

Maßnahmen auf 60 Seiten

Der von der Stadt vorgelegte Hitzeaktionsplan beinhaltet sowohl langfristige Maßnahmen gegen den Klimawandel als auch kurzfristige Lösungen. Es gebe seit Anfang des Jahres einen verabschiedeten „Klimafahrplan“ inklusive einer Rahmenstrategie bis 2040, „ein Sparpaket, mit konkreten Maßnahmen für gefährdete Gruppen“, sagte Umweltreferent Jürgen Chernohorski (SPÖ) am Mittwoch Arbeit aus der Presse, ein 60-seitiges Werk, das sozial gerechte Maßnahmen zur Anpassung an das Klima thematisiert. .

Machen Sie sich bereit für heiße Tage

Die Zahl der heißen Tage hat sich in den letzten drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Deshalb ergreift die Stadt Wien neue Maßnahmen, um die Hitze erträglich zu machen. Auch langfristige Maßnahmen wie mehr Schattenplätze sind geplant.

Heiße Tage mit Temperaturen über 30 Grad ohne wirkliche Abkühlung in der Nacht haben sich in Wien in den letzten drei Jahrzehnten mehr als verdoppelt. Der Aktionsplan sieht bereits Maßnahmen vor, die sich an besonders gefährdete Gruppen richten, angefangen bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Obdachlosen oder Menschen mit chronischen Krankheiten.

Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) sagte, die Stadt habe längst auf die Kälte reagiert, „auch im sozialen Bereich sind wir stärker von der Hitzeproblematik betroffen als im 20. Jahrhundert. “

„Kühlzonen“ in barrierefreien Gebäuden

Diesen gefährdeten Gruppen möchte die Stadt beispielsweise mit „Cooling Zones“ einen Ort der Abkühlung bieten. In frei zugänglichen Gebäuden der Stadt soll es möglich sein, ein paar kühle Stunden zu verbringen. Auch die Arbeit im Freien sollte weiter gefördert werden. Wie in Ottakring bereits möglich, sollen Schattenjobs in Parks mit WLAN als coole Alternative zum Büro angeboten werden. Das Angebot an öffentlichen Trinkbrunnen soll erweitert werden.

Langfristige Maßnahmen

Sparmaßnahmen an heißen Tagen sollen den Wiener Klimafahrplan ergänzen. Zu Wiens langfristigen Roadmap-Maßnahmen gehört eine große Photovoltaik-Offensive. Bis 2025 will die Stadt Wien die Solarstromproduktion verfünffachen. Bis 2030 soll sechzehnmal mehr Strom aus der Sonne erzeugt werden als 2020. Weitere Maßnahmen sind der Gasausstieg und der Ausbau des Rad- und Wanderwegenetzes.

Wien muss auch in dicht bebauten Gebieten grüner werden, sei es in Parks oder auf den Straßen. Der Fokus liegt auf klimafreundlichen, gesunden Baumarten und auf dem Substrat Wiener Gehölze für Straßenbäume. Bis 2025 müssen 25.000 neue Stadtbäume gepflanzt werden, darunter mindestens 3.000 Bäume an mindestens 500 neuen Standorten.

Hitzebeständige Pflegeausstattung

In Geriatriezentren und Pflegeheimen seien bereits hohe Isolationsstandards eingeführt worden, sagte Hacker. Die Lösung ist die passive Kühlung des Raumes mit Deckenelementen. Damit kann man sich mit viel technischem Aufwand um vier Grad abkühlen, auch dank der Bereitschaft der Stadt, der Herausforderung mit dem richtigen Budget zu begegnen. Weitere Maßnahmen sind die Beschattung und der Einbau elektronischer Außenjalousien in allen Neubauten.

Um deckenhohe Energiesysteme über Photovoltaik mit Strom zu versorgen, ist eine Kooperation mit Wien Energie notwendig. Eine billigere, aber effektive Maßnahme nach der Verteilung von Wasserflaschen durch Sozialarbeiter, die dann in den Trinkbrunnen der Stadt wieder aufgefüllt werden können, nannte Hacker ein weiteres Beispiel für “sozial gerechte Umsetzung des Klimaprogramms”.

Viertes Treffen des Vienna Climate Council

Auch beim vierten Treffen des Klimarates am Dienstag und Mittwoch in Wien ging es um Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz und zur Klimaanpassung, darunter der „Hitze-Aktionsplan“. Der Wiener Klimarat besteht aus drei Gruppen, den sogenannten Gremien. Der Scientific Council ist der Kern des Climate Council und wird von zwei Drilling Councils unterstützt. Diese Begleitgremien setzen sich einerseits aus Schlüsselpersonen der Stadt Wien und andererseits aus Experten zusammen.

Die Grünen in Wien bezeichnen den “Hitze-Aktionsplan” als alles andere als konkret. „Die Planungen sind vernünftig, befinden sich aber noch weitgehend im Planungsstadium. Wir bezweifeln, dass sich die heutigen Ankündigungen bis zur nächsten Hitzewelle erfüllen“, sagte Parteichef Peter Kraus von den Grünen in Wien.