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Friedrich Merz träumt bereits von einem Büro

Denn sein Ziel, Friedrich Merz, macht es immer deutlicher und undurchsichtiger, ist immer noch das Kanzleramt. Er will immer noch dorthin, wo Olaf Scholz jetzt ist. Und am liebsten mit dem Bündnis, das sie in der Union für das erfolgversprechendste halten: eine schwarz-grüne Koalition.

Unter Merz hat die Union in diesem Jahr offenbar zwei Landtagswahlen gewonnen, in Bundesumfragen liegt sie teilweise vor der PSD. Und – das ist viel in der Politik – geben sogar seine parteiinternen Kritiker zu: Merz geht es besser als erwartet.

Alles deutet auf Schwarz und Grün hin

Nun wackelt die Ampelkoalition nicht an zwei Landtagswahlen – und nicht an einem “besser als erwarteten” Oppositionsführer. Aber die neue Regierung der Union hat natürlich auch Konsequenzen für die Bundesebene.

Plötzlich wird klar, dass die von der euphorischen PSD nach der Bundestagswahl ausgerufene Frage des sozialdemokratischen Jahrzehnts schwieriger ist als gedacht. Und die Union ist weit entfernt von früheren Wahlergebnissen. Aber vielleicht sind 28 Prozent in den heutigen Umfragen das, was 38 Prozent waren.

Und in Nordrhein-Westfalen kann die Lieblingsgewerkschaft von Merz in der Bundesregierung von überall ausprobiert werden. Und warum sollte es dort schlimmer stehen als in Hessen und Baden-Württemberg, wo die Gräben zwischen den Lagern einst tiefer waren als im Westen?

Zumindest in Düsseldorf stehen die Schilder auf Schwarz-Grün. Alle gehen davon aus, dass Hendrik Wust zu weitreichenden Zugeständnissen bereit ist, um ein Bündnis mit der Öko-Partei einzugehen. Eine Beteiligung der FDP-Regierung ist nicht erforderlich. Und die PSD wird wohl doch keine Ampelkoalition bilden.

Sollte das dritte schwarz-grüne Bündnis auf Landesebene zustande kommen, dient es auch als Vorbild für die nächsten Wahlen: In diesem Herbst wird beispielsweise in Niedersachsen und im nächsten Jahr unter anderem in Bayern gewählt.

Lassen Sie den Widerstand der Grünen dahinschmelzen

Das würde bedeuten: Die Ampelkoalition bekommt ernsthafte Konkurrenz, weil es eine flächendeckende Alternative gibt. Dies gilt umso mehr, als die PSD unter strukturellen Problemen leidet, die mit der Bundestagswahl nicht verschwunden sind.

Zudem war Schwarz-Grün bereits vor einem Jahr die wahrscheinlichste Option für die Bundesregierung. Hätten Analena Burbock und Armin Laschet nicht solche erfolglosen Wahlkämpfe gehabt, würde die Kanzlerin jetzt wohl nicht Scholz heißen.

Die Union hat in der aktuellen Situation zudem den Vorteil, dass die AfD als Konkurrent zunehmend verschwindet. Damit dürfte sie im Mitte-Rechts-Lager bald mehr oder weniger alternativlos dastehen. Im Mitte-Links-Lager hingegen können die Wähler zwischen der PSD und den Grünen wählen und bevorzugen letztere zunehmend.

Gut für Merz ist auch, dass intern viel zu funktionieren scheint. Als Parteivorsitzender überraschte er viele seiner eigenen Leute. Der Angriff auf die alte Bundesrepublik, den der liberale Flügel befürchtet, blieb aus. Seit seine große Konkurrentin Angela Merkel Geschichte ist, ist Merz offen für diejenigen, die nicht zu seinen Fans gehören.