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Corona-Pandemie: Was der Expertenrat für den Herbst empfiehlt

FAQ

Stand: 08.06.2022 15:00

Was der Herbst der Krone bringen wird, ist noch nicht klar. Zu den notwendigen Vorbereitungen hat der Sachverständigenrat der Bundesregierung Stellung genommen. Welche Maßnahmen erforderlich sind, hängt von verschiedenen Szenarien ab.

Was ist die Ausgangslage?

Die Situation mit der Krone in Deutschland scheint stabil. Doch im Herbst soll die Zahl der Infizierten steigen. Klar ist, dass sich das Gesundheitssystem darauf vorbereiten muss.

Die Situation ist jedoch nicht mit früheren Pandemiejahren vergleichbar. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung sprach in einer Stellungnahme vom aktuell hohen Durchimpfungsstand der Bevölkerung, „gleichzeitig treten virale Varianten mit reduzierter Schwere der Erkrankung auf“. Allerdings gebe es einen “korrespondierenden Unterschied in der Immunität” aufgrund des abnehmenden Infektionsschutzes und der weiterhin unterschiedlichen Impfung.

Was sind die möglichen Szenarien?

Der Expertenrat hat in seiner Stellungnahme drei Szenarien ausgearbeitet. Der “beste” Fall basiert auf einer sichereren Option als dem Omikron. Dann sind keine stärkeren Eingriffssicherungen erforderlich. Der Schutz kann auf gefährdete Personen beschränkt werden. Mehr Infektionen (auch durch andere Viren wie Influenza) würden aber dennoch zu Belastungen im Gesundheitssystem, insbesondere im Kinderbereich, führen und die Fehlzeiten erhöhen.

Das sogenannte „Basisszenario“ geht davon aus, dass der Schweregrad der koronaren Herzkrankheit gleich bleibt und es zu häufigen Infektionen und Arbeitsausfällen kommt. Trotz der mutmaßlich moderaten Belastung könnten „großflächige Maßnahmen“ wie Masken- und Innenraumabstände sowie Kontaktbeschränkungen nach regionalen Regelungen wieder notwendig werden.

Das „Worst-Case-Szenario“ wird von einer neuen Variante des Virus dominiert, die sowohl ansteckender als auch schmerzhafter ist. Auch vollständig geimpfte Personen würden ohne zusätzliche Impfung von schweren Verläufen nicht verschont bleiben. Intensivstationen und normale Krankenstationen wären sehr ausgelastet. Allgemeine Schutzmaßnahmen wie Maskenpflicht und Abstand sind erforderlich und können erst im Frühjahr 2023 zurückgenommen werden.

Was wird im Herbst und Winter wichtig sein?

Wesentlich ist laut Kommission die generelle und langfristige Vorbereitung auf alle genannten Szenarien. „Gerade wenn die Gefahr besteht, dass das Gesundheitssystem überlastet wird und eine neue alarmierende Option entsteht, ist schnelles Handeln gefragt.“ Aus Sicht der Experten erfordert dies:

  • Solide Rechtsgrundlage für Infektionsschutzmaßnahmen
  • Zentrale Koordinierung der Pandemiemaßnahmen zwischen Bund und Ländern
  • Bundesweit möglichst einheitliche und schnelle Kommunikation
  • Signifikante Verbesserung des frühzeitigen Zugangs von Patienten zu antiviralen Medikamenten
  • Konsolidieren Sie das nationale Konzept der Kleeblätter für den strategischen Patiententransfer
  • Festlegen, wie mit neuen besorgniserregenden Optionen umgegangen werden soll, insbesondere im Zusammenhang mit Reisen

Welche Rolle spielen Impfungen und Maßnahmen?

Impf- und Infektionsschutzmaßnahmen bleiben die wichtigsten Präventionsmaßnahmen. Besonders wichtig sind laut Sachverständigenrat einheitliche, klare und verbindliche Kriterien. „Gezielte Maßnahmen“, insbesondere für Risikopersonen, sollen Krankheiten kontrollieren, etwa durch die frühzeitige Gabe antiviraler Medikamente. Auch die Finanzierung von Therapiemöglichkeiten und Forschung wird erwähnt.

Schutzmaßnahmen müssen mit Hilfe einer Toolbox schnell und ausgewogen eingesetzt werden können. Hygienemaßnahmen für Einrichtungen und Betriebe sollen weiterentwickelt werden.

Der Zugang zu Informationen, aber auch zu Impfungen muss erleichtert und die Impfkampagne dementsprechend intensiviert werden. Genannt seien beispielsweise mobile Impfteams, schulische Impfschulungen und reaktivierbare Impfzentren. Denn: Weitere Erhöhung der Impfquoten, aber auch Auffrischimpfungen sind zentral.

Was ist mit Kindern und gefährdeten Gruppen?

Viele ältere oder vorerkrankte Menschen sowie Kinder und Jugendliche bedürfen eines besonderen Schutzes. Der Sachverständigenrat betonte aber auch: „Die Sicherung der gesellschaftlichen Teilhabe durch Schulbesuch und Kita sowie sportliche und kulturelle Angebote muss weiterhin im Vordergrund stehen.“

Da vor allem in Kinderkliniken mit einer starken Infektionswelle im Herbst mit Engpässen zu rechnen ist, fordert die Kommission dort eine gezielte personelle Unterstützung. Hinzu kommen gezieltere Informationen und Angebote zu Impfungen, verpflichtende CO2-Messungen in Schulen, angepasste Hygiene- und Schutzmaßnahmen sowie eine verstärkte Erforschung und Betreuung der psychischen Folgen der Pandemie.

Wie sollten zusätzliche Tests durchgeführt werden?

Bei stabiler Infektionslage kann die Zahl der Tests auf symptomatische Fälle, bei begründetem Verdacht oder zum Schutz von Risikogruppen beschränkt werden. Allerdings muss die Testinfrastruktur im Herbst und Winter bei Bedarf schnell reaktiviert werden können. In Krankenhäusern und anderen Einrichtungen sollte regelmäßig auf Corona- und Grippeviren gescreent werden. Der Rat betont die Bedeutung einer systematischen Datenerhebung und des digitalen Lagebildes in Echtzeit.

Experten glauben auch, dass die Datenanalyse und -auswertung entscheidend sind. Daten müssen weiterhin kontinuierlich und systematisch analysiert, verarbeitet und ausgewertet werden. „Der niederschwellige Zugang zu allen relevanten Daten muss für die Wissenschaft maschinenlesbar und für die Öffentlichkeit zugänglich sein.“ Dazu gehören beispielsweise die Prognose der Krankenhausbelastung, die kontinuierliche Bewertung der Teststrategie und der Schutzmaßnahmen sowie die Überwachung des Impfverhaltens und der Schutzmaßnahmen.

Was nun?

Bundesjustizminister Marco Buschmann will erst nach einer geplanten wissenschaftlichen Bewertung von Kronenschutzmaßnahmen über die Regeln für den Herbst entscheiden. Ende Juni ein …