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Die Schwyzer Familien bauen gefälschte Radarsysteme

Auf der Schwyzerstrasse im Dorf Bennau, das zur Gemeinde Einsiedeln SZ gehört, gibt es drei Blitzeinschläge. Und das bei einer Distanz von nur 280 Metern, wie die «Luzerner Zeitung» berichtet. Aber zwei davon sind nicht echt. Nur die am Busbahnhof Schwyzerbrug flasht tatsächlich Speeddriver.

Das ist kein Scherz, sondern wütende Einheimische. Die Initiatoren der Kampagne hätten sogar ein eigenes Fake-Radar gebaut, so die Zeitung weiter.

Der Grund für die Wut und den Aktionismus: Die Anwohner ärgern sich über den Verkehr auf der Schwitzerstrasse. Und die Familie, die auf die Idee mit den Fake-Radaren gekommen ist, macht auch deutlich, dass Verkehrslärm eine “Auferlegung” ist. Behörden und Kanton würden nichts tun, um den Lärm zu enttäuschen, heißt es – “seit Jahren”. Daher die Idee der gefälschten Blitzer.

Anwohner mussten sich um Planung bewerben

Tatsächlich gab es früher drei gefälschte Radargeräte. „Doch die dritte beteiligte Familie hat dem Druck der Polizei nachgegeben und das Gerät demontiert“, so die Familie des Initiators weiter.

Die Polizei des Kantons Schwyz steht nach eigenen Angaben «in Kontakt mit den Verantwortlichen». Die Polizei wurde von der Luzerner Zeitung mit den Worten zitiert, es würden “rechtliche Abklärungen” vorgenommen. Für die Fake-Radare mussten die Anwohner bestenfalls eine Planung beantragen, bevor die Boxen einfach installiert werden konnten.

Gefälschte Radarsysteme sind jedoch nicht illegal – solange der Verkehr nicht behindert wird und Sie noch freie Sicht haben. Der Bezirk Einsiedeln hat keine Kenntnis von dem Vorfall. Die Familien haben jedoch eindeutig nicht die volle Zustimmung. Beide Alibi-Blitzer sind bereits unscharf. Und das mit der Aufschrift „fake“, also „falsch“. (nl)