Der neue Datensatz enthält neue und verbesserte Details zu 1,8 Milliarden Sternen in der Milchstraße, einschließlich des bisher größten binären Katalogs, teilte die Europäische Weltraumorganisation (ESA) am Montag mit. Es enthält auch viele Objekte wie Asteroiden und Monde sowie fast drei Millionen Galaxien und zwei Millionen Quasare außerhalb der Milchstraße.
Auch Forscher der Universität Genf trugen zur Erstellung des Datensatzes bei. Laut einer Erklärung der Universität führten sie eine Analyse der Schwankungen der Lichtintensität von Sternen durch. Um die „kolossale Masse an Informationen“ zu verarbeiten, setzte das Genfer Team auf maschinelles Lernen.
100 mal höhere Genauigkeit
Der zwei Tonnen schwere Satellit Gaia befindet sich 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Die ersten beiden Sternkataloge wurden 2016 und 2018 vorgestellt. Der erste Teil des dritten Sternkatalogs folgt 2020. Diese Publikation vervollständigt diesen dritten Datensatz. Gaia habe die Zahl der überwachten Objekte um den Faktor 10.000 und die Genauigkeit der Daten um den Faktor 100 erhöht, heißt es in der Erklärung.
Eine der überraschendsten Entdeckungen war, dass Gaia Sternzittern erkennen konnte, schreibt Esa. Dies sind kleine Bewegungen auf der Oberfläche eines Sterns, die seine Form verändern können.“ Starbursts lehren uns viel über Sterne, insbesondere über ihr Innenleben“, sagte Connie Aerts, Professorin an der KU Leuven in Belgien und Mitglied des Gaia-Konsortiums.
Schmelztiegel der Galaxien
Der Datensatz enthält auch die größte chemische Karte der Milchstraße. Forscher konnten nachweisen, dass einige Sterne aus Primär-, also Urmaterial bestehen. Andere, wie unsere Sonne, wurden jedoch durch frühere Sternengenerationen bereichert. Außerdem wurden Sterne entdeckt, die ursprünglich aus anderen Galaxien als der Milchstraße stammten. „Unsere Galaxie ist ein wunderschöner Schmelztiegel aus Sternen“, sagte Alejandra Resio-Blanco vom Cote d’Azur Observatorium in Frankreich, das auch Mitglied des Gaia-Konsortiums ist.
Die neuen Daten von „Gaia“ werden in etwa fünfzig Artikeln in einem Sonderheft der Zeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ beschrieben. Darunter sind neun Veröffentlichungen, die laut Esa „das große Potenzial der neuen Daten von Gaia zeigen“. Die Sonde soll bis 2025 weiter Daten sammeln
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