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Renate Cunast: „Die Zeit der billigen Lebensmittel ist vorbei“

Deutschland Renate Kunast

“Sonst ist die Zeit der billigen Lebensmittel vorbei”

Zustand: 13:15 Lesezeit: 3 Minuten

Die Inflation in Deutschland erreicht den höchsten Stand seit fast 50 Jahren

Der starke Anstieg der Energie- und Nahrungsmittelpreise hat in Deutschland zu der höchsten Inflationsrate seit fast 50 Jahren geführt. Die Verbraucherpreise lagen im Mai nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes um 7,9 % über dem Vorjahresmonat.

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Inflation, Krieg und Klimawandel – in der Landwirtschaft wird es laut Grünen eine Trendwende geben. Die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Cunast sieht Verbraucher mit immer teureren Preisen konfrontiert. Um das zu ändern, müssen Gemüse und Obst wieder besteuert werden.

Die frühere Landwirtschaftsministerin Renate Cunast (Grüne) sieht eine unausweichliche Wende für die Verbraucher. „Wir haben dieses Ungleichgewicht, dass wir sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Fleisch und 19 Prozent Mehrwertsteuer auf Gemüse und Obst zahlen, was wir aus Gesundheits- und Klimagründen viel mehr einkaufen müssen“, sagte Cunast am Dienstag gegenüber rbb24-Inforadio. Dies wäre ein Ungleichgewicht und muss geändert werden. „Sonst ist die Zeit der billigen Lebensmittel vorbei.

Trotz der weltweiten Auswirkungen des Krieges in der Ukraine auf die Landwirtschaft hält Kunast an der Agrarwende fest. Transformation sei auch wegen des Klimawandels notwendig, sagte sie. Der Bundestagsabgeordnete spricht anlässlich des Tages der Deutschen Bauern in Lübeck.

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Sie müssen darüber nachdenken, wie Sie die Landwirte bei diesem Wandel unterstützen und die Verbraucher entlasten können. Sie hält den Vorschlag des Landwirtschaftsministers Cem Yozdemir (Grüne), die Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte zu senken, für richtig. „Wir müssen darüber nachdenken, wie wir Zukunftssicherheit für die Landwirte schaffen und wie wir die Ärmsten der Armen entlasten können.

Die Grünen-Abgeordnete Renate Cunast

Quelle: Christoph Söder / dpa

Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise sind im April so stark gestiegen wie nie zuvor seit Beginn der Erhebung im Jahr 1961. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, lagen die Erzeugerpreise um 39,9 Prozent höher als im April 2021. Im März 2022 hatte sich die Veränderungsrate bereits um erhöht 34,7 %, was ebenfalls ein Rekordanstieg ist.

Im April sind die Preise sowohl für pflanzliche (plus 45,7 Prozent) als auch für tierische Produkte (plus 35,8 Prozent) im Vergleich zum Vorjahresmonat deutlich gestiegen. Die Getreidepreise sind um 77,6 % höher als im Vorjahresmonat. Ausschlaggebend für den enormen Preisanstieg sei “immer noch eine Versorgungsknappheit infolge des Krieges in der Ukraine”, erklärte der Bundesdienst. Im April waren die Erzeugerpreise für Obst jedoch um 14,9 Prozent niedriger als vor einem Jahr.

Energie hat die Inflation in Deutschland auf fast acht Prozent gebracht

Steigende Energie- und Lebensmittelpreise haben die Inflation in Deutschland auf den höchsten Stand seit fast 50 Jahren getrieben. Ökonomen machen den Verbrauchern wenig Hoffnung, dass die Preise schnell wieder fallen.

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Die Verbraucherpreise lagen im Mai nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes um 7,9 % über dem Vorjahresmonat. Damit blieb die Inflation in der größten europäischen Volkswirtschaft den dritten Monat in Folge über sieben Prozent. Die Inflation stieg im März auf 7,3 % und im April auf 7,4 %. Von April auf Mai stiegen die Preise um 0,9 Prozent.

Das jetzige Inflationsniveau hat es in einem vereinten Deutschland noch nie gegeben. In den alten Bundesländern muss man bis in den Winter 1973/74 zurückgehen, um solch hohe Werte zu finden. Damals stiegen die Energiepreise als Folge der ersten Ölkrise. Höhere Inflationsraten verringern die Kaufkraft. Dann können sich Verbraucher weniger für einen Euro leisten.