Stand: 18.06.2022 12:54 Uhr
Tino Krupala bleibt Parteivorsitzender der AfD. Auf dem Bundesparteitag in Riza erhielt Chrupalla gut 53 Prozent der Stimmen. Zweite Vorsitzende wird Alice Weidel – sie erhielt gut 67 Prozent der Stimmen.
Tino Krupala ist auf dem AfD-Bundesparteitag im sächsischen Riza wieder zum Parteivorsitzenden gewählt worden. Der 47-Jährige gewann die Wahl mit 53,45 Prozent gegen seinen einzigen Gegenkandidaten, den Bundestagsabgeordneten Norbert Kleinwechter. 10,2 Prozent der Delegierten stimmten bei der Wahl für „keines von beiden“.
Alice Weidel wird zweite Vorsitzende. Die Delegierten stimmten ihnen dann mit gut 63 Prozent zu. Kandidat Nikolaus Fest erhielt rund 20 Prozent. Zuvor hatten die Delegierten beschlossen, die Doppelspitze für weitere zwei Jahre beizubehalten. Allerdings hatten sie die Satzung der AfD so verändert, dass theoretisch eine Führung in Zukunft möglich wäre. Dafür warb der Thüringer Landeschef und der rechte Flügel der Partei, Björn Hocke.
Unerwartet knapper Sieg: Tino Krupala bleibt Bundessprecher der AfD
Marcus Spieker, ARD Berlin, Tagesschau 12:00, 18.06.2022
Chrupalla, Kleinwächter fordern “mehr Disziplin”
Chrupalla ging in seiner Rede gezielt auf seine Parteigegner ein und erhob ihnen schwere Vorwürfe. „Ich bin ein Bundessprecher für die einfachen Leute, und wenn ich angegriffen werde, dann nur, um die Leute zum Schweigen zu bringen“, sagte er. “Ich werde das nicht zulassen.” Er klagte über “heimliche” Attacken auf sich selbst und “Flügelkämpfe” im bisherigen Bundesvorstand. Es braucht künftig mehr Disziplin in der AfD.
Kleinwechter warb in seiner Kandidaturrede für die Trennung von Parteivorsitzendem und Fraktion: Damit könnten sich die Amtsinhaber “mit voller Kraft” ihren jeweiligen Aufgaben widmen. Kleinwächter monierte, die AfD gebe ein Bild der Zerrissenheit ab. „Wir brauchen Professionalisierung, wir brauchen Einheit, wir brauchen Disziplin“, sagte der Brandenburger Bundestagsabgeordnete.
Weidel forderte mehr Geschlossenheit und sagte: „Hören wir auf mit den haltlosen Anschuldigungen in der Öffentlichkeit.“ Die AfD ist kein Auslaufmodell. “Die ADG ist die Partei der Zukunft.”
Chrupalla führte die Partei nach dem Abgang des ehemaligen Co-Chefs Jörg Meuten allein. Meuten hatte der AfD einen zunehmend radikalen Kurs zugesichert. Auch der Verfassungsschutz stufte die Partei als mutmaßlichen Rechtsextremisten ein.
Kritiker in der Partei, die sich als gemäßigtes Lager verstehen, griffen den Parteichef nach dem jüngsten Stimmenverlust bei mehreren Landtagswahlen offen an und warfen ihm unter anderem vor, im Westen keine Punkte holen zu können. Man müsse “wegkommen von der wütenden Bürgerpartei”. Sie kritisierten auch Chrupallas Politik als zu pro-russisch und verknüpften sie mit einem Parteiaustritt.
Add Comment