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Lienz will das Handwerk vor den Vorhang stellen

Ob große oder kleine Handelsstadt – das Image von Filialen und Logos ist überall nahezu gleich. Um wieder mehr Individualität in die Lienzer Innenstadt zu bringen, müssen die heimischen Handwerker nun den Vorhang heben, wie Städtebauer Oscar Januszke erklärte: „Kleine Produzenten und Handwerksbetriebe, die selbst produzieren, sind die Perlen unserer regionalen Wirtschaft. Um ihnen eine besondere Bühne zu bieten, wollen wir in den Geschäften der Innenstadt nachziehen.“

Ein Beispiel ist eine Apotheke in Lienz, die seit Jahrzehnten handgefertigte Kerzen sowie Gewürz- und Teemischungen herstellt. Da dies jedoch versteckt im Hinterzimmer geschieht, bleibt traditionelles Know-how verborgen. Mitten in der Stadt gibt es auch eine Lederfabrik. Dort werden seit 250 Jahren in achter Generation still und heimlich Hosen und Taschen aus Hirschleder hergestellt. Dies ist jedoch nur unter Enthusiasten bekannt.

Informationen und Bewerbungen:

Gemeinde Lienz Standort-, Wirtschafts- und Marketingentwicklung Hauptplatz 79900 Lienzmarketing@stadt-lienz.atTel. 04852 / 600-223

Gemeinsam vor den Vorhang treten

Gerade solche Kleinbetriebe müssten jetzt lernen, ihre Produkte in den Vordergrund und in die Innenstadt zu stellen, so Januszko: „Kleinbetriebe bereichern Städte, weil sie viele individuelle Dinge machen. Unsere Innenstädte sind nicht so eintönig, sondern werden zum Menschen. Beides braucht Frequenz – das kann zu einer sehr guten Symbiose führen“, ist er sich sicher.

Eine Fotoserie mit 6 Fotos

Dazu stellte die Gemeinde Lienz das Leitprojekt „Manufaktur und Handwerk“ in der EU vor. In einem zweistufigen Prozess soll teilnehmenden Unternehmen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Produkte und Talente einem breiten Publikum zu präsentieren und durch Zusammenarbeit mehr zu erreichen.

Manufakturen wie „Perlen in einer Kette“

Interessierte Unternehmen können sich in der ersten Phase für einen „Shop- oder Firmenscan“ anmelden, in dem sie von Experten bei der Positionierung ihrer Produkte und Dienstleistungen beraten werden. Für 15 Unternehmen werden die Kosten der Idee als Fabrik durch das erste Gestaltungskonzept des kommunalen Projekts zur Wirtschaftsförderung gedeckt. Als zweite Phase ist ein separates Investitionsprogramm zur Stärkung und Entwicklung der handwerklichen Produktion vorgesehen.

Beispiele aus der Schweiz zeigen: Durch die Rückführung der Manufakturen in die Stadt lässt sich eine Art Shopping in der Stadt planen. „Wenn man sich die Geschichte anschaut, kann man an den Gebäuden auch Zunftzeichen anbringen, die ankündigen, dass hier ein Gewerbebetrieb ist. Man kann auch die Manufakturen einer Stadt als Kette verschiedener Perlen durch gemeinsame Fenster oder Wege vereinen“, führte Januszko die Idee weiter aus. In Lienz steckt allerdings noch alles in den Kinderschuhen.