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Australien: Eltern lassen kranke Elizabeth (8) sterben – „Gott wird sie heilen“

Veröffentlicht5. Juli 2022, 21:48 Uhr

In Australien haben Mitglieder einer Religionsgemeinschaft ein Mädchen dem Tod überlassen – an Diabetes. Nach seinem Tod warteten die Eltern 24 Stunden, bevor sie 911 anriefen. Sie hofften, dass Elizabeth auferstehen würde.

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Elizabeth Struch starb am 7. Januar 2022, nachdem ihre Eltern sich geweigert hatten, ihr sechs Tage lang die Insulinspritzen zu geben, die sie brauchte.

Ein Screenshot von Current Affair

Die Eltern Kerry und Jason Struh wurden am 5. Juli festgenommen und wegen Mordes und Folter angeklagt.

Ein Screenshot von Current Affair

Die Eltern waren Mitglieder einer religiösen Gemeinschaft, die sich in diesem Haus in der Stadt Toowoomba in der Nähe von Brisbane, Australien, traf.

Ein Screenshot von Current Affair

Die Polizei im australischen Bundesstaat Queensland hat im Zusammenhang mit dem Tod der achtjährigen Elizabeth Struh zwölf Personen festgenommen, darunter auch die Eltern des Mädchens. Die Verdächtigen im Alter zwischen 19 und 64 Jahren gehören einer religiösen Gruppe an, die der schwerkranken Elizabeth sechs Tage lang die medizinische Versorgung verweigerte. „Gott wird sie heilen“, glaubten ihre Eltern, Jason und Keri Struh. Elizabeth starb am 7. Januar an einem qualvollen Tod, teilten die Behörden mit.

Wie das australische Portal News.com.au schreibt, leidet Elizabeth an Diabetes Typ 1. Das Kind brauchte täglich eine Insulinspritze. In der Woche vor ihrem Tod verweigerten Elizabeths Eltern jedoch die Medizin. Mitglieder der kleinen, eng verbundenen religiösen Gruppe aus der Stadt Toowoomba in der Nähe von Brisbane waren sich des schlechten Gesundheitszustands des Kindes bewusst, suchten jedoch keine Hilfe, teilte die Polizei von Queensland in einer Medienmitteilung mit.

Stattdessen versammelten sich Jason und Keri Struh mit den anderen, um für Elizabeths Genesung zu beten. Als das Kind starb, warteten die Eltern 24 Stunden, bevor sie den Notdienst riefen. Wie das Portal „Courier Mail“ berichtet, glaubten Mitglieder der Kirchengruppe, dass Elizabeth auferstehen würde. Carey und Jason Struh wurden zusammen mit anderen Mitgliedern der Gruppe bereits wegen Mordes und Folter angeklagt.

Die älteste Tochter ist vor 7 Jahren weggelaufen

Jayde Struhs, 23, das älteste der acht Kinder des Paares, trauerte in einem Interview mit dem Fernsehsender 9 Now um ihre kleine Schwester. „Wir nannten uns ‚The Saints‘“, sagte Jade gegenüber A Current Affair. Sie nennt die Gruppe eine „Sekte“ – Jade ist mit 16 weggelaufen.

Die Frau sagt, die religiöse Gruppe habe behauptet, die katholische Kirche sei „korrupt“ und sollte getrennt werden. Die Regeln seien mit den Jahren strenger geworden, sagt Jade, unter anderem wurde Weihnachten nicht mehr gefeiert. Als sie als Teenager ihrer Mutter erzählte, sie sei lesbisch, nannte Keri Struh ihre älteste Tochter “Abschaum”. „Von diesem Zeitpunkt an mochte mich meine Mutter nicht mehr“, sagt Jade.

Jade kümmert sich jetzt um Geschwister

Jade machte sich große Sorgen um ihre Schwester Elizabeth. 2019 fanden die Eltern das Mädchen bewusstlos und musste in ein örtliches Kinderkrankenhaus geflogen werden. Die Ärzte dort diagnostizierten Diabetes.

Anfang Januar beschloss die Gemeinde, Elizabeth kein Insulin mehr zu geben. Die Mitglieder der “Sekte” versammelten sich mit Gitarren vor dem Haus und sangen, andere beteten, sagt ein Nachbar. Da ihre Eltern inhaftiert sind, wird sich Jade Struh gemeinsam mit ihren Großeltern väterlicherseits um ihre Geschwister im Alter zwischen drei und 16 Jahren kümmern.

Stehen Sie oder jemand, den Sie kennen, unter dem Druck einer Religionsgemeinschaft?

Infosekta, Fachstelle für Sektenfragen, Tel. 044 454 80 80

Trauern Sie oder jemand, den Sie kennen, trauert?

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Pro Senectute, Beratung für Senioren in schwierigen Lebenssituationen

LGBTIQ: Haben Sie Fragen oder Bedenken?

InterAction, Beratung und Information für intergeschlechtliche Menschen, Tel. 079 104 81 69

Lilli.ch, Informationen und Verzeichnis von Beratungsstellen