Germany

Diplomaten ausgewiesen: Moskaus Schritt “nicht überraschend”

„Wir bedauern diese ungerechtfertigte Entscheidung Russlands, die keine sachliche Grundlage hat. Die Mitarbeiter der betreffenden österreichischen Botschaft nehmen ihre Aufgaben ausschließlich im Rahmen des Wiener Übereinkommens über diplomatische Beziehungen wahr“, hieß es in der Mitteilung vom Dienstag. Die Funktionsfähigkeit der Botschaft in Moskau bleibe laut Außenministerium im Interesse der Österreicher in Russland und zur Aufrechterhaltung der Kommunikationswege.

Zuvor war der österreichische Botschafter in Moskau, Werner Almhofer, am Dienstag in das russische Außenministerium einbestellt worden. Nach Angaben des russischen Ministeriums äußerte er “starken Protest” gegen die Deklaration von “personae non gratae” durch vier Mitarbeiter russischer Agenturen in Österreich.

Aus der Liste der akkreditierten Diplomaten verschwunden

Nach Angaben der russischen Botschaft haben vier russische Diplomaten Österreich vor dem „Pflichttermin“ verlassen. Die Identität von drei der vier wurde vergangene Woche vom österreichischen Außenministerium bekannt: Der Verteidigungsattaché, der stellvertretende Konsul im Generalkonsulat in Salzburg und der erste Sekretär der Botschaft, der gleichzeitig auch Berater des Ständigen Vertreters war, verschwanden von der öffentlichen Liste Russische Diplomaten, die bei österreichischen internationalen Organisationen akkreditiert sind, Mikhail Ulyanov.

Debatte

Wie verändert der Krieg unsere Welt?

“Grob und unvernünftig”

Von den Ausweisungen des russischen Außenministeriums sind neben österreichischen Diplomaten auch 14 Mitarbeiter der niederländischen Botschaft in Moskau und ein Mitarbeiter des niederländischen Generalkonsulats in St. Petersburg betroffen. Die Niederländer müssen Russland innerhalb von zwei Wochen verlassen, teilte das Ministerium mit. Der niederländische Außenminister Wopke Hextra sagte, er bedauere Moskaus Entscheidung.

Nach Angaben des russischen Außenministeriums wurde der luxemburgische Botschafter am Dienstag einbestellt, um “entschlossen” gegen die Ausweisung eines russischen Diplomaten aus Luxemburg zu protestieren. Russland behält sich das “Recht” vor, sich für diesen “unfreundlichen und ungerechtfertigten” Schritt zu rächen, sagte das Ministerium.

Ausweisung und Spionagevorwürfe

In den letzten Wochen haben viele europäische Länder, darunter Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien, Dutzende russischer Diplomaten ausgewiesen. In einigen Fällen wurde dies explizit mit dem russischen Militäreinsatz in der Ukraine begründet, in anderen Fällen ging es um Spionagevorwürfe. Moskau seinerseits reagierte mit der Ausweisung Dutzender europäischer Diplomaten.

In solchen Fällen hat Russland wiederholt mit der Ausweisung einer Reihe von Diplomaten reagiert. Deutschland hatte Anfang April 40 russische Diplomaten für „unerwünscht“ erklärt. Moskau hat noch nicht reagiert.