Germany

Sollten russische Propagandajournalisten getötet werden?

Moskaus Sicherheitsdienste haben nach eigenen Angaben sechs „Neonazis“ festgenommen, die angeblich von der Ukraine beauftragt wurden, Vertreter russischer Staatsmedien zu töten. Russlands interner Geheimdienst FSB gab am Montag bekannt, dass der ukrainische Geheimdienst SBU hinter den geplanten Anschlägen stecke. Trotz einiger veröffentlichter Videos konnten die Angaben nicht verifiziert werden.

Präsident Wladimir Putin hat die Geschichte aufgegriffen und vom Sturz einer Terrorgruppe gesprochen. Fernsehmoderator Wladimir Solowjow, 58, soll getötet worden sein, sagte er bei einem Treffen mit der Generalstaatsanwaltschaft.

In Kiew kündigte der SBU an, sich zu diesen Fantasien der russischen Geheimdienste nicht zu äußern. Der von der EU und Kanada sanktionierte Solovyov ist einer der wichtigsten Propagandisten des Kremls im russischen Staatsfernsehen. Ukraine- und Kreml-Gegner nennen ihn einen “Räuber”.

Sprengstoff gefunden

Zur Gruppe gehören auch CEO Dmitry Kiselyov und Chefredakteurin Margarita Simonyan des staatlichen Medienunternehmens RT (ehemals Russia Today). Sie und die Mediensprecherin Olga Skabeeva wurden ebenfalls als potenzielle Ziele von Angriffen identifiziert.

Nach Angaben des Staatlichen Ermittlungsausschusses in Moskau sind sechs russische Mitglieder der “Neonazi”-Separatistengruppe “Nationalsozialismus/White Power” festgenommen worden. In ihrer Nähe wurden Sprengstoff, Pistolen und Granaten gefunden. Die Angreifer sollen Soloviev in seinem Auto in die Luft gesprengt haben. Dann mussten sie in die Ukraine fliehen.

Solovyov gilt als Russlands wichtigster Propagandist und Putins Sprachrohr. Er besitzt verschiedene Villen auf der ganzen Welt. Einige von ihnen unterliegen bereits Sanktionen. Vor einigen Wochen wurden zwei Villen am Comer See in Brand gesteckt. (zis)