Germany

22. Amadeus Awards zwischen Party, Abschied und viel Pop

Noch bevor es richtig losging, erhielt der am Sonntag verstorbene Willie Resetaritz von der Moderatorin eine wohlverdiente Hommage: Er habe sich immer für benachteiligte Menschen eingesetzt und Musiker „wirklich geliebt“. Beim Abschied erinnerte die Drag Queen an die Worte, die Resetarits nach ihren Konzerten an das Publikum richteten: „Seid vorsichtig und verliert nichts.“ Als Teil eines Quartetts, zu dem auch Ernst Molden, Hannes Wirth und Walter Jay gehörten, wurde Ostbahn Kurti posthum mit dem Amadeus in der Kategorie Jazz / World / Blues ausgezeichnet.

Aus fünf Nominierungen wurden drei Josh Awards. „Expresso & Tschianti“, in dem er der italienischen Sprache einen Streich spielt, wurde schließlich zum Song des Jahres und machte Josh und Co auch zu den Autoren der Songs des Jahres. Die Sängerin zeigte sich bei der Preisverleihung sichtlich gerührt: „Ich muss aufpassen, nicht zu weinen, aber dieses Jahr schaffe ich das.“ Alleine könne er es nicht schaffen, da war er sich sicher und bedankte sich, wie viele andere nach ihm, beim Publikum und seinem Team. Viele Frauen seien nominiert, hieß es vor dem Songwriting-Award. Am Ende ging der Preis an Josh, der mit Tamara Olorga und Ricardo Betiol immerhin „Expresso & Tschianti“ geschrieben hat. Und er schaffte es auch, den Preis in der Kategorie Pop / Rock zu gewinnen. Dies war jedoch bereits bekannt, da die Veranstalter vor der Gala erstmals nach und nach die Genre-Gewinner bekannt gaben.

Auch Rapper RAF Camora hatte allen Grund zur Freude – er ist der zweite Künstler, der mehr als eine Auszeichnung gewonnen hat: Mit den Worten „Simmering grüßt Rudolfsheim“ überreichte Marco Pogo den Preis für das beste Album an RAF Camora und seine Platte „Zukunft“. Er war glücklich – in Anspielung auf den Vergleich des Turbobier-Frontmanns, Alben seien wie Babys –, „Kinder zu haben und mit ihnen leben zu können“. Der Rapper gewann Amadeus auch in der Kategorie Hip Hop / Urban.

Neben den Gewinnern für Album, Song und Songwriter des Jahres blieben am Vorabend der Gala auch der FM4-Award und der Live-Act des Jahres ein Rätsel. „Das ist alles – echte und direkte Emotionen“, sagte Wurst. Wie schon 2019 verliehen die Sportfreunde Stiller den Preis für die beste Live-Performance an das Gesangs- und Kabarettduo Pizzera & Jaus. Die beiden konnten nicht ins Volkstheater kommen und bedankten sich stattdessen per Video.

Die Indie-Rocker Cari Cari erhielten den FM4-Award, der zuvor an die heutigen großen österreichischen Bands wie Wanda und Bilderbuch vergeben wurde. Sie schnappten sich sofort Gitarre, Synthesizer und Tamburin und spielten ihren kürzlich veröffentlichten Song „Zdarlight 1992“. Und andere waren nicht nur auf der Bühne, um Preise zu verschenken und entgegenzunehmen: Feelgood-Klänge schlugen bei Josh mit „Von dir ein Tattoo“ und Folkshilfe mit „Hau di her“ ein, sanftere Töne gab es beispielsweise bei „Wie du“ von Ina Ich höre Regen.

In der Kategorie Alternative gewann Graz Granada zum ersten Mal die Amadeus Awards und in der Kategorie Pop / Volksmusik gewann Melissa Naschenweng ihren vierten Amadeus. Weitere Auszeichnungen gingen an das Elektro-Duo Klangkarussell in der Kategorie Electronic / Dance und die Gruppe Turbobier in der Kategorie Hard & Heavy. Den besten Sound des Jahres gibt es in der „Honeymoon Phase“-Aufnahme der Sängerin Oska zu hören, aufgenommen und gemischt von Alex Pohn, Lucas Hillebrand und Patrick Kumenecker.

Boris Bukovski war hervorragend für das Werk seines Lebens – er folgt dem Opus der Macher von „Live is Life“. Der 1946 geborene Musiker feierte Erfolge mit der Band Magic 69 (später Magic) und performte seit 1970 Solo-Hits wie „Kokain“ oder „Deine Fritze mit der Spritze“. Thomas Spitzer scherzte, dass er ewig dankbar sei, die Vorschau auf EAVs Hit „Hoisse Nights (in Palermo)“ abgelehnt zu haben, bevor er Bukowski den Preis „zu Recht“ überreichte. „Gibt es ein Leben vor dem Tod?“ Bei einem Auftritt nach der Preisverleihung fragte er sich, was wohl die preisgekrönten Musiker mit einem begeisterten „Ja“ sagen würden.

(DIENST E -)

(BILDAVISO – aktuelle Fotos der 22. AMADEUS AUSTRIAN MUSIC AWARDS sind bei AOM erhältlich. Fotos des Raf Camora Award-Gewinners sind hier nicht enthalten, da die Vertragsbedingungen des Managements von Raf Camora nicht mit denen der APA übereinstimmen)