Bereits zur Eröffnung der neunten Ausgabe der „com:bau“, bei der sich alles um die Themen Bauen, Renovieren und Finanzieren dreht, war der Andrang groß: Die 122 Stände in den Messehallen in Dornbirn fanden auf Anhieb großen Anklang bei den Besuchern.
Alle Branchen stehen vor der Herausforderung steigender Preise
Was Aussteller also begeistert, sind nicht die Besucherzahlen, sondern vor allem die volatilen und steigenden Preise, die alle Branchen gleichermaßen betreffen.
Auch die Baubranche hat mit Preisschwankungen zu kämpfen: „Es ist sehr schwierig, Angebote zu machen, weil wir einfach nicht wissen, ob die Preise heute so sind wie morgen“, sagt Stefan Grass von der Ammann Baugesellschaft.
Früher wurden beispielsweise Gebäude gebaut, wenn alle Wohnungen im Voraus verkauft waren. Heute dürfte man erst bauen und erst nach Erreichen einer gewissen Preissicherheit verkaufen – denn das Risiko, weniger zu verkaufen, ist weniger überschaubar als das Risiko von Preisschwankungen.
ORF Vorarlberg Der Besucherandrang zur neunten Ausgabe von „com:bau“ war am ersten Tag sehr groß
Lange Lieferzeiten als Herausforderung
Doch nicht nur die Preise sind für Unternehmen eine Herausforderung: Hinzu kommen lange Lieferzeiten, was die Situation zusätzlich verschärft. Die Materialverfügbarkeit sei ein großes Problem, sagt Norbert Peter, Teamleiter beim Dorfinstallateur. Die Wartezeit von 20 Wochen ist mittlerweile fast normal. Die Kunden seien jedoch informiert und wüssten, dass die Situation nicht einfach sei.
Die Rohstoffbeschaffung sei derzeit sehr schwierig, bestätigt Stefan Grass. Die Materialknappheit macht sich überall bemerkbar – von Fliesen bis Dämmmaterial. Dazu fehle es an „männlicher Stärke“, erklärt Peter: Die meisten Auftragsbücher seien voll, aber es fehle oft an Arbeitskräften
Hohe Nachfrage nach grüner Energie
„Der Neubau ist rückläufig“, sagt Jürgen Fink, Geschäftsführer von drexel und weiss. Es gibt eine klare Tendenz, alte Gebäude zu sanieren. Aufgrund der gestiegenen Energiepreise werden hier die neuen Heizsysteme immer wichtiger.
Die Nachfrage nach energiesparenden und grüneren Systemen ist groß: „Der Markt entwickelt sich gerade durch den Erneuerungstrend sehr positiv“, sagt Fink. Viele Kunden möchten weg von Öl und Gas, daher wird der Markt für alternative Optionen weiter wachsen.
Add Comment