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Caritas ruft zur Muttertagshilfe auf – Wien online – Muttertag

04.05.2022 14:31 (akt am 04.05.2022 14:31)

Caritas ruft zum Muttertag zu Hilfsaktionen auf und bittet um Spenden. © APA/GEORG HOCHMUTH

Seit einiger Zeit ist der Druck auf die Armutsgefährdeten deutlich höher. Deshalb ruft die Caritas zum Muttertag zu Hilfsaktionen auf und bittet um Spenden.

Das spüren die 56 Sozialberatungsstellen und die neun Mütter- und Kinderheime in ganz Österreich schon länger. Gerade diejenigen, die gerade noch über die Runden gekommen sind, befinden sich jetzt in einer prekären Situation. Schauspielerin Hilde Dalik und Caritas haben am Muttertag bei einer Pressekonferenz im Wiener Mutter-Kind-Heim Louisa um Spenden und Hilfe gebeten.

Die Caritas bittet zum Muttertag um Spenden und ruft zu Hilfsmaßnahmen auf

„Der Muttertag 2022 soll mehr sein als Blumenstrauß, Kaffee und Kuchen!“ war das Motto. Die Caritas warnte die Schauspielerin Hilde Dalik vor den wachsenden Schwierigkeiten von Frauen und Kindern in Österreich. „Mutter-Kind-Häuser brauchen mehr Unterstützung!“ war der Pantomime überzeugt. “Wir als Gesellschaft sind für die Schwächsten verantwortlich!” Sie selbst arbeitet seit 2014 mit Kollegen des Vereins CHONG im Bereich der Flüchtlingshilfe, unterstützt aber auch regelmäßig und tatkräftig die Caritas. „Das muss selbstverständlich sein!“, sagte sie in einem APA-Interview. Auch wenn sie manches versteht, wenn sie von den Hiobsbotschaften geschockt ist, mischt sie sich gerne ein. „Wandel ist möglich“, das zeige sich sowohl in der Pandemie als auch in der Krise in der Ukraine. Derzeit ist es für alle Flüchtlinge kostenlos oder ermäßigt, mit öffentlichen Verkehrsmitteln und Zügen zu fahren.

Caritas warnt: Die Not vieler Frauen und Kinder nimmt dramatisch zu

Caritas hat davor gewarnt, dass die Not vieler Frauen und Kinder dramatisch zunimmt. Die Nachfrage nach Hilfe in Mutter-Kind-Heimen ist derzeit größer als das Angebot. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, die oft schnelle und unbürokratische Unterstützung brauchen – oft nicht einmal für Lebensmittel oder ein Ticket am Monatsende. „75.000 Kinder in Wien sind armutsgefährdet“, sagte Klaus Schwertner, Geschäftsführer der Caritas in der Erzdiözese Wien. In Österreich sind 18.000 Kinder mehr von Armut betroffen als im Vorjahr. Der Spendenbedarf sei kein Sprint, sondern ein Marathon, “vermutlich sogar ein Ultra-Marathon”.

Die Pandemie und die stärkste Inflation seit 40 Jahren sind eine Herausforderung

Viele, die gerade über die Runden gekommen sind, wissen nicht mehr, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen. Die sozialen Folgen der Pandemie, die stärkste Inflation seit 40 Jahren und steigende Preise sind eine zunehmend unüberwindbare Herausforderung. Einerseits wächst die Zahl der Frauen und ihrer Kinder, die aus der Ukraine fliehen, weiter, andererseits stellt die höchste Inflation seit 40 Jahren immer unüberwindlichere Herausforderungen dar. Fast jede zweite Frau (47 %) ist deutlich häufiger von Armut betroffen.

Caritas fordert Reform der Sozialversicherung und Grundsicherung für Kinder

Caritas begrüßte die jüngsten einmaligen Hilfen, warnte aber ausdrücklich vor „echter“ Grundsicherung für Kinder, Sozialversicherungsreform und Aufwertung. Laut einer aktuellen Studie des Momentum Institutes haben verschiedene Sozialleistungen seit Jahresbeginn inflationsbedingt 36 Millionen Euro verloren. Wie zuletzt das WIFO befürwortet die NGO die jährliche Aufwertung der Sozialleistungen und eine umfassende Reform der Sozialhilfe. Zudem soll der Familienbonus einkommensschwache Familien erreichen.

Heime für Mutter und Kind sind dringend auf Spenden angewiesen

Die Mutter-Kind-Häuser sind dringend auf Spenden angewiesen, die gemeinsame Aktion #mütterhilfe von BIPA und P&G sammelt bis zum 18. Mai – 100.000 Euro sind das Ziel. Die Spende wird bei jedem Kauf einer Packung der Marken Ariel, Always, Braun, Gillette Venus, Fairy, Oral B, Pampers und Pantene im Bipa Onlineshop oder in einer Bipa Filiale wieder aufgefüllt. „Ein Babypaket mit Windeln, Babynahrung und Overall kann für etwa 20 Euro abgeholt werden“, sagte Schwertner.

Spendenmöglichkeit für Caritas und Mutter-Kind-Häuser

Caritas-Spendenkonto: Erste Bank, IBAN: AT47 2011 1890 8900 0000, BIC: GIBAATWWXXX Passwort: Mutter-Kind-Haus

Babypaket mit Windeln, Babynahrung, Overall kostet 20 Euro, 33 Euro ermöglicht eine Übernachtung im Mutter-Kind-Haus inklusive Trinkgeld, Essen und Kleidung, mit 150 Euro kann man sich eine neue Matratze und Bettwäsche kaufen.