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Der U-Ausschuss befragte Staatsanwalt Pilnacek

Die ÖVP-Kommission zur Korruptionsermittlung befragte auch den Staatsanwalt, der von der Staatsanwaltschaft Wien in die Staatsanwaltschaft Innsbruck berufen wurde und für die Ermittlungen gegen den bereits entlassenen Generalstabschef Christian Pilnaček und den Generalstaatsanwalt der Wiener Oberstaatsanwaltschaft Johan Fuchs zuständig war und Ex-ÖVP-Justizminister Wolfgang Brandstetter.

Das Verfahren habe 2019 gegen unbekannte Täter begonnen, teilte die Informationsquelle (AP) mit. Aufgrund eines Gesprächs mit Brandstetter gab es zunächst einen Verdacht gegen Brandstetter und Pilnacek, dann gegen Fuchs. Der Fall wurde nach Innsbruck verlegt, da dort bereits Ermittlungen gegen Pilnacek erwartet wurden – nach einer Delegation, wie die AP vermutete.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird das Verfahren gegen Pilnacek nun nur noch in Innsbruck geführt. Aufgabenverteilung ist dabei üblich. Von einer möglichen Beeinflussung durch Fuchs oder Pilnacek habe er keine Ahnung. Dass Fuchs Pilnacek die Akten zur ersten Untersuchung des ebenfalls geheimen Verdachts gegen Pilnacek übergab, ist keine Seltenheit. Die Staatsanwaltschaft habe den Angeklagten benachrichtigt, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Krankenschwester für Anfälle “im emotionalen Kontext”

Als die Geräte in Pilnaceks Büro sichergestellt wurden, sei er etwas emotionaler gewesen, aber im “üblichen Rahmen”, sagte die Staatsanwaltschaft auf Anfrage an Christian Ries (FPÖ). Zwei Nummern wollte Pilnacek vor der Übergabe seines Handys aufzeichnen. Von der Hausdurchsuchung bei Pilnacek habe er niemandem etwas erzählt, bei der Sicherstellung der Geräte seien aber gleichzeitig Informationen an die OStA Wien übermittelt worden.

ORF.at/Roland Winkler

Reese zitierte aus den Dokumenten, dass Fuchs mit der Befragung des AP unzufrieden war. Er selbst habe während des Verfahrens in Wien keine Weisungen der OStA Wien erhalten, so die Staatsanwaltschaft weiter. Es gab eine Anweisung der OStA Innsbruck. Er selbst fühle sich nicht süchtig nach dem Verfahren gegen Fuchs, der als Leiter der OStA Wien dort sein Chef sei.

Randomisierte Fälle

Laut Staatsanwaltschaft erhielt er den Fall zufällig, in Wien werden die Fälle per Zufallszahlengenerator verteilt. Er sagte auch, dass es einen Projektbericht für Pilnacek gebe, aber aufgrund des laufenden Verfahrens keine weiteren Fragen zugelassen würden.

Auf die gestrige Anzeige von Pilnacek bei der Kommission angesprochen, wonach er keinen Zugriff auf seine Handy- und E-Mail-Daten habe und deshalb viele Fragen nicht beantworten wolle, sagte die Staatsanwaltschaft, dass dies auch in der OStA „praktiziert“ werde. Es gibt auch Gerichtsurteile, dass Pilnacek Einsicht in die Ermittlungsakten hat, aber sonst keinen Zugang.