- Startseite
- lokal
- München
- Ludwigsforstadt-Isarvorstadt
Erstellt: 04.05.2022, 15:48
Trennung
Hendl-Hammer: Wenn es dieses Jahr ein Oktoberfest gibt, werden die Leckereien deutlich teurer. © Sami Minkoff / Fotogewerkschaft
Diese Woche dreht sich im übertragenen Sinne alles um Wurst – und um knuspriges Grillhendl und Bier im wahrsten Sinne des Wortes. Denn: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) will in diesen Tagen entscheiden, ob das Oktoberfest nach zwei aufeinander folgenden Absagen in diesem Jahr stattfinden wird.
Wiesn-Sprecher Clemens Baumgartner (CSU) hat bereits Stellung bezogen: „Es gibt kein Argument gegen die Wiesn 2022.“ Auch Dr. Christoph Spinner vom Klinikum Rechts der Isar sieht keinen Grund, die Wiesn wegen der Krone abzusagen: „Die Übertragungswahrscheinlichkeit ist hoch, wenn auch hoch. Aber Schritt für Schritt werden wir dahin kommen, damit wir mit einem guten Gefühl wieder Großveranstaltungen zulassen können … „Es kann also sein, dass das Oktoberfest stattfindet – aber es ist ganz anders als sonst. Und das bedeutet nicht das Crown Aber die Sache mit den Hühnern.
Wiesen in München: Die nächste Krise wirft ihre Schatten voraus
Denn die nächste Krise wirft ihre Schatten voraus. Die Energiepreise sind nach dem Krieg in der Ukraine in die Höhe geschossen – und laut Tony Royderer von Hackerzelt wurden in den 16 Oktoberfesttagen gut 200.000 Kubikmeter Gas verbraucht. Unter anderem für Hähnchengrills. Im Schnitt werden auf der Wiesn mehr als eine halbe Million Hähnchen verspeist … „Wir wissen natürlich nicht, wie viel teurer Gas bis Herbst sein wird“, sagt Royderer. “Aber das müssen Sie auf das Produkt übertragen.” Heißt: Hendl kostet deutlich mehr als bisher. Zuletzt bekommt man auf der Wiesn ein halbes Hähnchen für rund 13 Euro. Zum Vergleich: Das diesjährige Massenbier soll bis zu 14,50 Euro kosten (2019 waren es 10,80 bis 11,80 Euro). Jetzt gibt es also einen deutlichen Preissprung für Hähnchen. Eines steht so oder so fest: Spezialitäten vom Grill muss es geben. Denn, so Royderer, „Hände gehören zum Oktoberfest wie die Brezen“.
München: Preisexplosion auf der Wiesn wegen Rohstoffknappheit
Steffi Spendler vom Löwenbräu-Zelt stimmt zu. Sie sei „nervös“ angesichts der Preisexplosion und der Rohstoffknappheit. Die Rede ist zum Beispiel auch von Bratkartoffeln – denn Speiseöl wird durch den Krieg in der Ukraine immer knapper. „Wir fragen uns natürlich, ob bei den erhöhten Preisen noch genügend Besucher kommen, um die ganze Arbeit zu bezahlen“, sagt die Wirtin.
Die Antwort gibt es – sofern Reiter grünes Licht gibt – ab dem 17. September: Dann ist die Abhörung geplant. Peter Inselkamer, Sprecher der Kneipen, ist optimistisch. Er sagt: „Das Visum wird auf jeden Fall stattfinden. Davon bin ich überzeugt.“ Und: „München sehnt sich nach Wiesen.“ Die Gastgeber denken an ein Fest ohne Maske, ohne Abstand und ohne begrenzte Besucherzahl. Inselkammer: „Das wird nicht mehr die Ur-Wiesn.“ Kab
Ein Magnet für Milliardäre in München: Hotels, Händler, Taxifahrer und Co. – Jeder gewinnt das Festival
Das Oktoberfest ist ein großes Geschäft für ganz München. Insgesamt liegt der Umsatz der Wiesn bei über einer Milliarde Euro im Jahr – und fast jeder verdient irgendwie mit.
Zum Beispiel Taxifahrer. Thomas Crocker, CEO von Taxi-München, sagt, dass seine Fahrer während des Oktoberfestes bis zu 60 Prozent mehr Umsatz gemacht haben.
Auch für Hoteliers ist die Wiesn wichtig. Max Schmidramsl, der den Gasthof Neuwirt in Ismaning betreibt, hat bereits viele Anfragen zum Zeitpunkt des Oktoberfestes. “Die Italiener”, sagt er, “haben viel reserviert.” Und: „Irgendwann müssen wir wieder Geld verdienen …“
Marcus Hyun, Geschäftsführer von Lodenfrey, hält fest, dass die Wiesn in diesem Jahr stattfinden wird: „Wir haben bereits alle Waren eingekauft“, sagte er. Etwa 15 bis 20 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet Lodenfrey mit Trachten, auf die Wiesn entfallen acht bis zehn Prozent. Dieses Jahr vielleicht sogar noch mehr, denn viele wollen sich umziehen.
Add Comment