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Scholz fordert eine EU-Mitgliedschaft auf dem Westbalkan

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Scholz fordert eine EU-Mitgliedschaft auf dem Westbalkan

Bis: 20:01 | Lesezeit: 3 Minuten

Scholz sieht “realistische Perspektiven” für den EU-Beitritt Serbiens und des Kosovo

Olaf Scholz forderte Serbien und Kosovo auf, ihre Differenzen beizulegen, um den Weg für einen EU-Beitritt zu ebnen. Die EU-Mitgliedschaft sei eine „realistische Perspektive“ für Serbien und den Kosovo, sagte er bei einem Treffen mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten Kurti in Berlin.

Laut Bundeskanzler Olaf Scholz müssen die Länder des Westbalkans der EU beitreten. “Der Westbalkan gehört zu Europa”, sagte der PSD-Politiker nach einem Treffen mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten. Es muss Visaerleichterungen für das kleine Land geben.

Bundeskanzler Olaf Scholz befürwortet den Beitritt des Westbalkans zur EU: „Der Westbalkan gehört zu Europa. Alle ihre Länder müssen auch künftig der Europäischen Union angehören“, sagte Scholz am Mittwoch nach einem Treffen mit dem kosovarischen Ministerpräsidenten Albin Kurti.

Er setze sich dafür ein, dass die Parteien dies “sehr bald schaffen”, sagte Scholz. Außerdem kündigte er für die zweite Jahreshälfte eine Reise auf den Westbalkan an. Außerdem wird er die sechs Länder des Westbalkans zu einem Treffen im Rahmen des Berliner Prozesses zur Förderung der regionalen Zusammenarbeit einladen. Zu den sechs Ländern gehören neben dem Kosovo Serbien, Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Nordmazedonien und Albanien.

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Beide Politiker haben die EU aufgefordert, dem Kosovo eine Visaliberalisierung zu gewähren. “Dafür setze ich mich mit großem Nachdruck ein”, sagte die Kanzlerin und spielte damit auf den Widerstand einiger EU-Staaten an. Kurti sagte, die Europäische Kommission habe bereits vor vier Jahren festgestellt, dass der Kosovo alle Anforderungen erfülle. Er forderte auch die fünf EU-Staaten, die im Gegensatz zu Deutschland die Unabhängigkeit des Kosovo noch nicht anerkannt haben, auf, dies schnellstmöglich zu tun.

Scholz lobte die Reformbemühungen im Kosovo, insbesondere im Kampf gegen die Korruption. Kurti nannte sehr hohe Wachstumszahlen von mehr als zehn Prozent. Die Weltbank sagte jedoch, dass das Wachstum auf dem Westbalkan in diesem Jahr aufgrund der Auswirkungen des russischen Angriffs auf die Ukraine und der anschließenden Sanktionen und beispielsweise steigender Energiepreise einbrechen würde.

Serbien verspricht Annäherung an Kosovo

Nach Kurti saß der serbische Präsident Alexander Vucic im Gesprächsbüro. Er versprach eine Annäherung an den Kosovo. Nach dem Treffen versicherte Vucic Scholz, alles in seiner Macht Stehende zu tun, um einen Kompromiss zu erzielen. Am Abend sollen in der Bundeshauptstadt direkte Gespräche zwischen Vucic und Kurti stattfinden

Scholz betonte, dass Fortschritte in dieser Frage für die angestrebte Mitgliedschaft beider Länder in der EU “von großer Bedeutung” seien. “Alle offenen Punkte müssen in diesem Dialog geklärt werden.” Das überwiegend albanisch geprägte Kosovo trennte sich 1999 von Serbien und erklärte sich 2008 für unabhängig. Serbien hat dies bis heute nicht anerkannt und beansprucht weiterhin das von Deutschland und den meisten anderen Staaten anerkannte Staatsgebiet der EU.

Scholz versicherte, dass der EU-Beitrittsprozess Serbiens von Deutschland stark unterstützt werde. Dazu muss das Land jedoch seinen Reformkurs konsequent fortsetzen, insbesondere bei Rechtsstaatlichkeit, Medienfreiheit und der Bekämpfung der organisierten Kriminalität. Vucic möchte sein Land in die EU führen, mit der seit 2014 Beitrittsgespräche geführt werden.

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