Auf . – 04.05.2022 16:43 (akt. 04.05.2022 20:26)
Wiener Grundschüler mit Deutschproblemen, oft in Österreich geboren © APA / HELMUT FOHRINGER (Symbolbild)
14 Prozent der Wiener Grundschüler hatten im vergangenen Jahr Deutschprobleme. Mehr als die Hälfte der Kinder wurde in Österreich geboren. Wiens Bildungsstadträtin Wiederker verweist auf die Folgen der Corona-Pandemie.
Laut österreichischer Statistik wurden im vergangenen Schuljahr 14 Prozent der Kinder an Wiener Volksschulen als Schüler ohne Abschluss eingestuft. Der Grund: Diese Kinder konnten aufgrund von Problemen mit der deutschen Unterrichtssprache dem Unterricht nicht ausreichend folgen.
Mehr als die Hälfte der Kinder mit Deutschproblemen wurden in Österreich geboren
60% dieser Kinder sind bereits in Österreich geboren, rund 80% besuchen seit mehr als zwei Jahren den Kindergarten, so die Antwort der ÖVP an Stadtrat Christoph Wiederker (NEOS).
ÖVP-Wien kritisiert die Stadt
Angesichts dieser Zahlen hat die Wiener ÖVP am Mittwoch die Wiener Bildungs- und Integrationspolitik scharf kritisiert. „Die Stadt kann einfach nicht wegschauen, wenn Kinder in deutschen Justizvollzugsklassen im Schnitt 2,6 Jahre im Kindergarten sind“, sagte Bildungssprecher Harald Zirfus. Er forderte kleinere Gruppen, mehr Sprachteams und eine klare Fokussierung auf den Spracherwerb in Kindergärten. Darüber hinaus sollten die Ergebnisse der Sprachstandsfeststellung als Frühwarnsystem genutzt werden. Für die Wiener ÖVP zeigen die Zahlen auch ein Integrationsproblem der zweiten Generation in Wien: Sie geben ihre Integrationsleistungen und Deutschkenntnisse nicht an ihre Kinder weiter, gleichzeitig versagt das Bildungssystem bei der Integration.
Wiens Bildungsstadträtin Wiederkehr hebt die Aufstockung des Sprachförderpersonals hervor
Allerdings verweist der Bildungsstadtrat Wiederkehr in seiner Anfrage auf die Folgen der Corona-Pandemie: In den letzten zwei Jahren haben viele Kinder arbeitsloser Eltern keinen Kindergarten besucht, und während der Blockade gab es auch Phasen, in denen es keinen Regelbetrieb gab Operation. Darüber hinaus gab es weniger Sprachförderangebote aufgrund von krankheitsbedingten Ausfällen von Mitarbeitern. Auch die Sprachentwicklung ist ein individueller Prozess, der von vielen Faktoren beeinflusst wird und unterschiedlich lange dauert.
Um die Sprachförderung zu verbessern, habe die Stadt im September 2021 damit begonnen, die Zahl der Sprachförderkräfte zu erhöhen, betont Wiederkehr. Er forderte auch, dass die Mittel aus dem Landesvertrag (Vertrag 15a) für Kindergärten zur Qualitätsverbesserung (zB zur Verbesserung der für das Sprachenlernen notwendigen Personalausstattung) eingesetzt werden. Außerdem muss 1 % des BIP in die Kindergärten des Bundes fließen.
Kritik an ÖVP-Rückkehr ist “etwas seltsam”
In einer Stellungnahme gegenüber der APA sei es auch im Büro von Wiederkehrs „ein bisschen seltsam“, dass die ÖVP hier alle anspreche. Schließlich torpedieren sie seit Jahren alle möglichen Integrationsbemühungen und sehen nicht, dass Wien besondere Herausforderungen in Kindergärten und Schulen hat und die Stadt immer noch ständig die notwendigen Mittel verweigert. „Wir laden die Wiener ÖVP gerne ein, mit ihrer Kultusministerin zu sprechen und uns für das einzusetzen, was wir wirklich brauchen: 1.000 neue Lehrkräfte!“
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