6. Mai 2022 um 13:36 Uhr
Nach der Schießerei in Duisburg: Die Polizei ermittelt zur Schießerei in Duisburg
21 Bilder Vier Verletzte nach Schießereien in Duisburg-Hamborn
Foto: dpa / Roberto Pfeil
Duisburg-Update Nach den Schießereien in Duisburg mit vier Verletzten sind die zunächst 15 Festgenommenen wieder auf freiem Fuß. Die Untersuchung des Mordes durch die Kommission wird inmitten des blutigen Zusammenstoßes fortgesetzt.
Nach der Erschießung von vier Verletzten in Duisburg sind die 15 Verdächtigen wieder auf freiem Fuß, eine weitere Eskalation oder Fortsetzung des Konflikts gab es in der Nacht zum Freitag nicht. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, die Festgenommenen seien am Donnerstagabend freigelassen worden, nachdem sie von der Polizei bearbeitet worden seien.
Die Schießereien auf dem Altmarkt im Duisburger Stadtteil Hamborn gehen nach aktuellen Daten auf den eskalierenden Konflikt zwischen der Rockband Hells Angels und dem türkisch-arabischen Clan zurück. An dem Konflikt sollen bis zu 100 Personen aus beiden Lagern beteiligt gewesen sein. Eine 15-köpfige Mordkommission und Staatsanwälte mit Erfahrung in der Bekämpfung von Clan-Verbrechen werden wegen der blutigen Auseinandersetzung am Mittwoch mit zwei Schwer- und zwei Leichtverletzten untersucht.
Sowohl NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) als auch der Duisburger Polizeipräsident Alexander Dirselhuis sprachen am Tag nach mehr als 30 Schüssen von einer „Schießerei“ oder einem „Schusswechsel“. Nach Angaben der Polizei gelang es ihnen, 19 Patronenhülsen zu sichern. Wer auf wen aus welchem Grund geschossen hat, ist noch unklar. Eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte am Freitag, es würden viele Hinweise ausgewertet und versucht, Schusswinkel und Ähnliches nachzuvollziehen. Die Nacht verlief ohne neue Zwischenfälle. Bisher gibt es keine weiteren Festnahmen.
11 Bilder Schießerei mit mehreren Verletzten in Duisburg – am Tag danach
Foto: dpa / Roland Weihrauch
Ob die ersten Vernehmungen Befürchtungen bestätigten, dass die Inhaftierten nicht besonders kooperativ seien und nicht reden wollten, konnte die Staatsanwaltschaft weder bestätigen noch dementieren. „Dazu können wir im Moment noch nichts sagen“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Da das Video von guter Qualität sei, gebe es nach Angaben des Duisburger Polizeipräsidenten durchaus andere “Ermittlungsansätze, auch ohne Aussagen”.
Oberstaatsanwältin Christina Werner betonte, dass in dem Fall auf Rock- und Clan-Kriminalität spezialisierte Staatsanwälte eingesetzt worden seien. „Die Täter müssen sich nicht sicher fühlen. Wir verfolgen Straftaten energisch und mit allem, was der Rechtsstaat aufbringen kann.“
Bürgermeister Soren Link, der im Kreis Duisburg-Hamborn geboren wurde, zeigte sich „schockiert und traurig“. „Hier fanden Zusammenstöße im Rock- und Clan-Umfeld auf offener Straße statt, gleichgültige Menschen waren in Lebensgefahr. Die ganze Gegend war entsetzt.“ Die Verbrechen müssten bis ins letzte Detail aufgeklärt werden und dürften sich nicht wiederholen, sagte der PSD-Politiker.
Ministerpräsident Hendrik Wust (CDU) kündigte die Fortsetzung des Kampfes gegen Clan-Kriminalität an. Obwohl das Wort bei manchen Menschen auch Bedenken wegen Stigmatisierung wecke, sagte er am Freitag in WDR 5 „Morgenecho“. “Allerdings muss man die Dinge beim Namen nennen und das Verbrechen des Clans bekämpfen. Sehen Sie es sich an, falls es noch viel zu tun gibt und Sie weitermachen müssen.”
Hier ist die Fotogalerie: Vier Verletzte nach Schüssen in Duisburg-Hamborn
(peng/bsch/dpa)
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