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Parteienfinanzierung wird neu geordnet – vorarlberg.ORF.at

Der erste vorgelegte Entwurf basiert auf dem entsprechenden Beschluss des Landtags vom 9. März und wurde laut ÖVP und Grünen in einer gemeinsamen Aussendung am Freitag der Opposition übermittelt. Das hat mit der Einladung zu tun, „zusammen an einem Tisch zu sitzen“. Das neue Gesetz kann zum 1. Januar 2023 in Kraft treten. Gleichzeitig müssen die erweiterten Prüfungsrechte des Landesrechnungshofs in der Landesverfassung verankert werden.

Maximal 300 mobile Wahlplakate

Inhaltlich sieht das Paket eine Verkürzung der Werbezeit vor der Wahl von vier auf drei Wochen vor. Zudem dürfen künftig maximal 300 mobile Wahlplakate eingesetzt werden, davon maximal 50 Großplakate. Parteien können maximal 2,50 € pro Wahlberechtigtem ausgeben, zuzüglich weiterer 0,35 € pro Wahlberechtigtem für die Vorzugswahlkampagne für einzelne Kandidaten. Innerhalb von vier Monaten nach der Landtagswahl müssen die Parteien einen Bericht über den Wahlkampf vorlegen.

Veröffentlichung auf der Website des Landes

Alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten der Teilnehmerstaaten müssen im Jahresbericht offengelegt werden und diese Informationen müssen für mindestens drei Jahre auch auf der Homepage der Vertragsstaaten veröffentlicht werden. Aufzuführen sind alle Einnahmen aus Spenden, Werbung und Sponsoring, sowie Werbe- und Werbekosten für Beratungs- und Werbeagenturen, Personal, Fuhrpark, Veranstaltungen und Reisekosten.

Diese Regel gilt nicht nur für Vertragsparteien, sondern auch für deren Zweige (z. B. regionale und öffentliche Organisationen), ihnen nahestehende Organisationen und verbundene Unternehmen sowie für einzelne Kandidaten, die die ihnen von der Partei zufließenden Zuwendungen berücksichtigen müssen.

Erhält der Landes- oder Ortsverband von seiner Bundespartei, einer anderen Ortspartei oder einem Personengremium Geld, Sachleistungen oder „lebende Zuwendungen“ (als Leiharbeitnehmer), ist dies ebenfalls anzuzeigen. Die Rechnungslegung muss von einem Wirtschaftsprüfer geprüft werden, der für höchstens fünf aufeinanderfolgende Jahre bestellt werden kann.

Rückzahlung droht

Fraktionen müssen künftig auch Einnahmen aus Spenden, Werbung und Sponsoring detailliert melden. Zuwiderhandlungen werden durch Erstattung geahndet. Laut Entwurf können die Landesregierung und der Landtagsvorsitzende dies anordnen oder mit künftigen Mitteln kompensieren.

Wenn eine Charge die Ausgabenobergrenze der Kampagne überschreitet, muss der Überschuss dreimal zurückerstattet werden. Bei zu vielen Wahlplakaten können maximal zehn Prozent der Mittel zurückerstattet werden, auch wenn die abgefragten Angaben unrichtig oder unvollständig sind. Verletzt eine Partei ihre Identifizierungspflicht, bemisst sich die Zahlung nach dem Dreifachen des fälschlicherweise identifizierten Betrags.

Wenn Sie eine anonyme Spende angenommen haben, muss der Betrag ebenfalls dreimal zurückerstattet werden. Wird ein Teil der Förderung zweckentfremdet, ist er zurückzuzahlen. Grund ist immer eine einschlägige Feststellung des Rechnungshofs.

Erste Reaktionen der Opposition

Die Leiterin des NEOS-Klubs, Sabine Shefknecht, sagte der APA, dass das Vorhaben vor allem im Hinblick auf die Kompetenzen des Rechnungshofs eingehend geprüft werde. Die SPÖ ist offen für Verhandlungen. „Darauf haben wir lange gewartet, das Gesetz muss so schnell wie möglich kommen“, sagte SPÖ-Mandarin Manuela Auer. Gleichzeitig bleibt der Antrag auf Aufstockung des Personals des Rechnungshofs bestehen.

Auch die FPÖ wird sich intensiv in das Projekt einbringen. „Der Hund steckt im Detail“, sagte FPÖ-Klubpräsident Christoph Bichi. Die Geschwindigkeit, mit der an dem neuen Gesetz gearbeitet wird, zeigt, dass die ÖVP unter enormem Handlungsdruck steht. Dies sollte jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Problem angegangen werden muss. Erklärtes Ziel der FPÖ ist es, dem Rechnungshof eine schnellstmögliche Überprüfung der ÖVP-Veranstaltungen zu ermöglichen.

Die Stadt Bregenz ist bereits vorangeschritten. Der Stadtrat hat am Donnerstagabend ein eigenes Transparenzpaket beschlossen – mehr dazu in Bregenz legen die Parteien ihre Finanzen offen.