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Berichte: Koestinger kurz vor seinem Rücktritt bekannt

Berichte

Dem Vernehmen nach steht Landwirtschaftsministerin Elisabeth Koestinger (ÖVP) offenbar kurz vor dem Rücktritt. Ein enger Vertrauter von Altkanzler Sebastian Kurz (ÖVP) will um 11 Uhr ein persönliches Statement abgeben.

09.05.2022 09.43

Heute online, 9.43 Uhr (Update: 10.33 Uhr)

Koestinger, dessen Ministerium auch für Tourismus, Telekommunikation und öffentliche Dienste zuständig ist, will sich laut Kurier aus der Politik zurückziehen und auch von seinem Sitz im Nationalrat zurücktreten. Dies wurde dem Kurier von der ÖVP bestätigt. Für 11:00 Uhr ist eine „persönliche Erklärung“ auf der Station vorgesehen. Köstinger sieht laut Krone seine wichtigsten Projekte in der Politik als abgeschlossen an. Am Wochenende fiel schließlich die Entscheidung zum Rückzug.

Köstinger galt lange als Kandidat für die Abgeordnetenwahl, und als Kurz die Politik verließ, tauchten Gerüchte auf, dass er gehen könnte. Die gebürtige Kärntnerin war 2017 Europaabgeordnete, Generalsekretärin, kurzzeitig Nationalratspräsidentin und übernahm dann das Landwirtschaftsministerium. Wer die Nachfolge von Koestinger antreten wird, ist noch unklar.

Verwandlung vor dem Parteitag am Samstag

Am Samstag ist ÖVP-Parteitag in Graz, wo Karl Nehammer offiziell zum Parteivorsitzenden gewählt wurde. Am Vorabend des Parteitags mehrten sich Gerüchte über mögliche Abgänge aus der ÖVP. Neben Wirtschaftsministerin Margaret Schrambök wurde auch Generalsekretärin Laura Sachslaner als Kandidatin für die Stellvertretung nominiert. Sachslechner dementierte die neuesten Gerüchte.

Eine wichtige Rolle bei Kurz

Politisch kommt der 43-jährige Köstinger, der im Kärntner Granitztal aufgewachsen ist, aus der Landjugend und leitet seit einigen Jahren den Österreichischen Jungbauernverband. In dieser Zeit wurde sie 2009 Mitglied des EU-Parlaments, ein Amt, das sie bis zu den Nationalratswahlen 2017 innehatte, bei denen sie als Generalsekretärin eine wichtige Rolle spielte.

Köstinger war nach der Wahl 2017 Teil der Lenkungsgruppe der ÖVP bei Verhandlungen mit der FPÖ und wurde bereits als Ministerkandidat gehandelt. Dass sie den Posten der Nationalratsvorsitzenden dennoch annahm, und zwar nur für wenige Wochen, provozierte bei ihr Kritik. Im Dezember wurde sie zur Ministerin für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasser ernannt. Mit der Koalition mit den Grünen hat sich das Umfeld zu den Grünen verschoben, wozu auch die Telekommunikation gehört.