“Viel konkreter” wünscht sich Melnik, der von Scholz’ Rede enttäuscht ist
9. Mai 2022, 1:34 Uhr
In einer Rede an Deutschland wies Bundeskanzler Scholz Kritik zurück, er zögere, Waffen an die Ukraine zu liefern. Der ukrainische Botschafter Melnik sieht das anders – sein Land erwartet von Berlin mehr als die versprochenen Haubitzen. Er forderte weitere “historische Entscheidungen”.
Der ukrainische Botschafter Andriy Melnik äußerte sich unzufrieden mit der Fernsehansprache von Bundeskanzler Olaf Scholz zum Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs in Europa. Man wünsche sich in der Rede “viel konkretere Informationen”, wie der Bundestagsbeschluss zur Lieferung schwerer Waffen umgesetzt werden soll, sagte Melnik gegenüber Ann Will. “Leider haben wir nicht viel Neues gehört.”
Als “gute Lösung” bezeichnete Melnik die Zusage der Bundesregierung, sieben Panzerhaubitzen – moderne Artilleriesysteme – an die Ukraine zu liefern. Gleichzeitig machte er deutlich, dass er viel mehr erwartet. „Wenn wir die Bundeskanzlerin sagen hören, dass Russland nicht gewinnen darf, bedeutet das, dass alles getan werden muss, absolut alles (…), um uns in dieser schwierigen Situation, in diesem Krieg, dem schlimmsten Krieg seit dem „Zweiten Weltkrieg“, zu helfen. fragte der Diplomat.
Melnik sagte, Hitlerdeutschland könne nur besiegt werden, weil die Vereinigten Staaten und andere Länder der Sowjetunion Tausende von Flugzeugen und Panzern im Rahmen des Landpachtgesetzes geliefert hätten. “Und wir sprechen von sieben selbstfahrenden Haubitzen und keinen Aussichten.” Weitere “historische Beschlüsse” von Bundestag und Bundesregierung seien wichtig, um der Ukraine bei allem zu helfen, was sie brauche.
Scholz wandte sich am Sonntag anlässlich des Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs an die Bürger Europas und betonte Deutschlands Unterstützung für die von Russland angegriffene Ukraine. Der Ukraine im Kampf gegen den Aggressor nicht zu helfen, würde bedeuten, “die pure Gewalt aufzugeben”.
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