In der Tabelle der bisher 64 Volksabstimmungen (im Vergleich zum Stimmenanteil) rangiert das Tiertransportgesuch mit 6,71 Prozent auf Platz 18 – zwei Plätze vor der Volksabstimmung zum Tierschutz im Vorjahr (6,52 Prozent). Das „Referendum on the Rule of Law and Anti-Corruption“, initiiert von einer Gruppe prominenter ehemaliger Politiker, Anwälte und hochrangiger Beamter um Martin Kreutner, ehemaliger Leiter der International Anti-Corruption Academy, belegte im Ibiza U-Komitee den 25. Platz.
Unterstützer werteten dies als „eindeutigen Erfolg“ – zumal ihr Anliegen keine offizielle Unterstützung einer Partei oder größeren Organisation im Hintergrund hatte. Sie werde “nicht aufhören, mehr Druck” auf die Politik auszuüben. „Das ist der Anfang vom Ende der korrupten Verhältnisse, die unseren Rechtsstaat lange genug geplagt haben“, sagte Verfassungsrechtler Heinz Meyer vor Unterstützern, zu denen unter anderem die frühere LIF-Chefin Heide Schmidt und der frühere ÖVP-Justizsprecher Michael Ikrat, Steueranwalt Werner Doralt u Aktivist Daniel Landau.
Nach wie vor zeigen sich die Parteien zurückhaltend. Nur NEOS bezog Stellung. Ihr Vize-Klubchef Nikolaus Sherak sah in mehr als 300.000 Unterschriften einen „klaren Auftrag an ÖVP und Grüne, das ewige Spiel der Zeit zu beenden und endlich konkrete Gesetzesvorhaben vorzulegen“ für Transparenz und saubere Politik.
Die anderen fünf Volksabstimmungen landeten in der unteren Hälfte der 64: Tabellenplätze 35 und 36 mit fast gleich vielen Unterschriften für die beiden Initiativen gegen die Impfpflicht – die Krone, aber auch generell: „NEIN zur Impfpflicht“, vorgelegt von Robert Marshall, erreichte 246.878 Unterstützer oder 3,88 Prozent, „Achtung der Impfpflicht stimmt: NEIN!“ (Werner Bolek) auf 246.476 oder 3,87 Prozent.
Die Initiative Bedingungsloses Grundeinkommen erhielt 168.981 Zustimmungen (2,66 Prozent) und belegt damit Platz 42. Der Jugendantrag für psychische Gesundheit, der von einer Gruppe um Karina Reitmeier, Vorsitzende des Vizepräsidenten des Studentenwerks, gestellt wurde, sammelte 138.131 Unterschriften (2,17 Prozent) und landete auf Platz 50. Reitmeier war in der ersten Reaktion der APA “verrückt”, “stolz” auf das Ergebnis ihrer Initiative für mehr Aufklärung und Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen zu sein.
Unter der 100.000-Hürde blieb nur noch der RAUF-Arbeitslosengeldantrag, der von einem Bündnis aus Betriebsräten, NGOs, Sozialwissenschaftlern und Künstlern ins Leben gerufen wurde. 86.217 oder 1,36 Prozent reichen nicht aus, um im Parlament berücksichtigt zu werden. Er liegt auf Platz 55.
Die aktuellen Anwendungen sind bisher nicht annähernd die erfolgreichsten. Allerdings wurde sie einerseits mit großem Engagement durchgeführt: Der Protest der ÖVP gegen den Bau des Wiener Konferenzzentrums (wenn auch erfolglos) im Jahr 1982 war die einzige Anfrage für mehr als eine Million – 1.361.562 – Unterschriften, was 25,74 Prozent entsprach Begünstigte. Am beliebtesten in den letzten Jahren ist 2018 die Aufforderung „Nicht rauchen“, vorgeschlagen von der Ärztekammer und der Krebshilfe (881.692 Befürworter oder 13,82 Prozent, Platz 8). Volksabstimmungen können ab 2018 in jedem Gemeindeamt Österreichs sowie online unterstützt werden.
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