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“Les Troyens” in München – oe1.ORF.at.

Am 9. Mai 2022 um 23:26 Uhr

Der Direktor Dornie, zuvor an der Oper von Lyon, hat sich zum Ziel gesetzt, viele unbekannte Künstler anderer Genres für das Haus zu gewinnen. Daher liegt die Produktion in den Händen von Christoph Honore, der vor allem als Filmregisseur bekannt ist, ein Newcomer an der deutschen Oper und ein Riesenjob.

„Weißt du, ich denke, das Prinzip hinter Trojanischen Pferden ist ganz einfach: Es geht um den Gegensatz von Gewalt und Liebe, Krieg und Frieden, Gut und Böse. Was mich daran interessiert, ist, dass all diese Widersprüche gleichzeitig zusammenkommen. “Sagt Christophe Honoré.

Newcomer als „roter Faden“

Der Charme von Debütanten wie Honore liegt in der Leichtigkeit und Naivität, mit der sie sich in ein gewaltiges Werk stürzen, dessen Fertigstellung allein für die Uraufführung gut 30 Jahre gedauert hat. Vier Stunden nur für reine Spielzeit, sechseinhalbtausend Takte, und auch für Homers Mythos von Troja und Karthago, der Gründung eines neuen Reiches, dem Untergang einer Nation. Es ist kaum relevanter.

Mit der Wahl des aus dem Film stammenden Regisseurs Christoph Honore kann der Intendant der Staatsoper Serge Dornis in seiner ersten Spielzeit in München, wenn sich am 9. Ihm zufolge ist Dornies Faible für Newcomer einer der roten Fäden seiner Regie: „Für Vladimir Yurovsky und mich war es wichtig, in unserer ersten Staffel eine Vielfalt an Farben und Klängen einzubringen, um das Repertoire noch einmal zu erweitern.“

Zu Hause stehen harte Zeiten bevor

Mit Berlioz’ „Les Troyens“, das sich nur wegen des mächtigen Chors und Orchesters nur die großen Häuser trauen, will Dorney gleich ein wegweisendes Markenzeichen schaffen. Natürlich im französischen Original unter der Leitung des aus Lyon mitgebrachten ersten Gastdirigenten Daniele Rustioni, ohne die für Grand Opéras üblichen Balletteinlagen, aber in der Originalfassung.

Und das trotz der massiven Kürzungen von rund 5 Millionen Euro durch die Stadt München sowie der drohenden Sparmaßnahmen des bayerischen Freistaats, die unter anderem durch den Druck zur Erhöhung von Koproduktionen mit Moskau auf finanzielle Einbußen zurückzuführen sind Kronenmaßnahmen seit zwei Jahren, die ständigen Ausfälle im Ensemble aufgrund positiver Fälle – und dann der unerwartete, jüngste Wechsel an der Spitze des Staatsballetts.

Ermutigung für Dorni und Yurovka

Dem Haus, das seit langem unter der Leitung von Nikolaus Bahler steht, stehen schwere Zeiten bevor, die in Glanz, Glanz und Gloria nach Salzburg gezogen sind. Ansporn für Dorny und seinen CEO Vladimir Yurovsky – derzeit demonstrativ mit einem Knopf für die Ukraine am Revers: „Musik und Theater und Oper ist nicht etwas von der Peripherie, sondern mitten in der Gesellschaft, deshalb war es mir wichtig, dass in erster Linie Jahreszeit oder in jeder Jahreszeit.“

Wenn Trojaner jeglicher Art von einer Katastrophe getroffen werden, ist die Relevanz dieser neuen Produktion deprimierender denn je. In romantischer Ekstase und einem der schönsten Liebesduette aller Zeiten spielen die Stellvertreterin von Weißrussland Ekaterina Semenchuk die Rolle der Didon und der amerikanische Tenor Gregory Kunde die Rolle der Ene.

Genau der Gegensatz von Gewalt und Liebe, Krieg und Frieden, Gut und Böse, wie er sich Regisseur Christoph Honore bei der Vertragsunterzeichnung so erfrischend und ahnungslos vorstellt.

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