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Maskenaffäre: Tochter von Strauss Holmeier vor dem Landesermittlungsausschuss

München – Was wusste Strauss’ Tochter Monica Holmeyer (59, CSU) über das Maskengeschäft ihrer Freundin Andrea Tandler?

Im März 2020 vermittelte Tandler Maskendeals für das Schweizer Unternehmen Emix. Empfänger: Bund, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Wert: 300 Millionen Euro. Tandler erhielt eine Provision von 48 Millionen Euro.

Im bayerischen Landtag sollte sich Holmeier am Montag einer Untersuchungskommission stellen. „Ich wollte helfen“, sagte sie. Sie brachte Tandler mit der damaligen bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml (46, CSU) in Verbindung und informierte Gesundheitsminister Jens Spahn (41, CDU).

Am 28. Februar kontaktierte Tandler sie per SMS. Am 3. März schrieb Holmeier an Melanie Huml, ebenfalls per SMS. Der Deal ist vorbei. Die Masken wurden an das Zentrallager in Garching geliefert.

Holmeier versicherte der Kommission: „Ich habe keine Provision erhalten.“

Seltsam: Tandler bot nur noch 1 Million Masken aus „Restbeständen“ an. Dann hatte sie plötzlich 5 Millionen zur Verfügung.

Bayerns PSD-Chef Florian von Brun (52): „Kümmert sich um Korruption im EU-Parlament und hinterfragt nie Masken-Deals. Ich wundere mich.”

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Florian Zickmann (27, Grüne): „Holmeyer hat nie deutlich gemacht, dass er für einen Freund vermittelt.“

Auch Verena Mayer, 46, war am Montag eingeladen. Sie ist die Schwester von Ex-Generalsekretär Stefan Meyer (48, CSU). Auch sie hatte Tandler um Vermittlung gebeten – ebenfalls am 28. Februar 2020.

Verena Mayer muss ihren Bruder, den Bundestagsabgeordneten Stefan Mayer, um Hilfe bitten

Foto: Wolfgang Ranft

Mayer leitete die Nachricht an seinen Bruder weiter, der damals Staatssekretär im Bundesinnenministerium war. Er legte den Vorschlag einer Arbeitsgruppe der Bundesregierung vor.

Skrupellos: Verena Mayer bat Tandler um einen Auftrag. Verlegen erklärte sie gestern: „Ich habe es nicht so gemeint.“ Sie bekam nichts.