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Warnung des Stadtrates: Die Stadt St. Gallen wird im Notfall innert 20 Stunden ohne Trinkwasser dastehen

Veröffentlicht9. Mai 2022, 17:43 Uhr

Gemäss einem Bericht geht der Stadt St. Gallen im Notfall schnell das Trinkwasser aus. Ein Konzeptentwurf für eine neue Seewasseranlage wurde bereits auf den Weg gebracht.

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Ein Postulatsbericht besagt, dass die Stadt St. Gallen im Notfall innerhalb von 20 Stunden ohne Trinkwasser dasteht.

Madeleine Schoeder / Tamedia

Nach dem Bau des Einkaufszentrums, des Fußballstadions und der neuen Straßen kann das Grundwasser nicht mehr aus Breitfeld gepumpt werden, was im Ernstfall zu einer schwierigen Stelle führen würde.

Michael Trost / Tamedia AG.

Daher könnten Stromausfälle oder die Verschmutzung des Bodensees verheerende Folgen haben.

LABOR

  • Ein Bericht des Stadtrates besagt, dass der Stadt St. Gallen im Ernstfall schnell das Trinkwasser ausgeht.

  • Denn das Grundwasser in Breitfeld kann aufgrund von Neubauten im Notfall nicht mehr zur Verfügung stehen.

  • Als Lösung soll für rund 40 Millionen Franken eine neue Wasserleitung am See gebaut werden.

Beat Weber von SP hat bereits 2020 einen Vorschlag präsentiert, der sich um Trinkwasser in der Stadt St. Gallen drehte. Der Stadtrat überreichte den Bericht, der klärt, ob die Stadt im Ernstfall über genügend Wasser verfügt, berichtet CH Media. Und es stellt sich heraus, dass rund 80’000 St. Gallerinnen und St. Galler in nur 20 Stunden ohne Trinkwasser dastehen würden, wenn beispielsweise wegen Stromausfällen oder Umweltverschmutzung kein Wasser aus dem Bodensee in die Stadt gepumpt und aufbereitet werden könnte.

Breitfelder Grundwasser kann nicht mehr genutzt werden

Das meiste Trinkwasser in St. Gallen stammt aus dem Aquädukt des Frasnachtersees bei Arbon. Allerdings kann nach dem Bau des Einkaufszentrums, des Fußballstadions und der neuen Straßen das Grundwasser nicht mehr aus Breitfeld gepumpt werden, was im Ernstfall zu einer schwierigen Stelle führen würde.

Laut Postulatbericht haben regelmäßige Qualitätskontrollen ergeben, dass in der Grundwassernutzung in Breitfeld ein großes Gefahrenpotential besteht. Daher kann es nicht einmal als Notwasser verwendet werden. Spuren des Fungizids Chlorothalonil können nachgewiesen werden. Das Pestizid stammt wahrscheinlich aus der Pflege des Rasens in der Fußballarena.

Konzeption in den Startlöchern

Laut Stadtrat Peter Jans steht die Lösung dieses Problems nicht im Vordergrund. Für ein neu zu errichtendes Seewasserwerk im Rietli in Goldach wird derzeit ein Konzept entwickelt. Das Seewasserversorgungssystem ist notwendig, da es in der Nähe der Stadt keinen anderen See, Fluss oder großen unterirdischen Trinkwasserspeicher gibt. Die neue Anlage könnte auch Trinkwasser im Falle einer Seewasserverschmutzung aufbereiten – das ist technisch möglich.

Der Wert des Projekts wird auf 40 Millionen Franken geschätzt – neben der Wasserversorgung steht der Bau von Offshore-Pipelines und Filterhallen an. Die Generalversammlung der regionalen Wasserversorgung Gallen AG (RWSG) über den Bau entscheiden muss.

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