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Nach tödlichen Ausschreitungen: Sri Lanka gibt den Schießbefehl

Nach den tödlichen Unruhen in Sri Lanka haben die Behörden ein Erschießungskommando eingesetzt, um weitere Unruhen zu unterdrücken. Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, jeden zu erschießen, der öffentliches Eigentum plündere oder Menschenleben bedrohe, teilte das Verteidigungsministerium am Dienstag mit. Bereits am Vortag war eine Ausgangssperre verhängt worden, doch die Menschen wehrten sich vielerorts dagegen.

An zwei Orten feuerte die Polizei in die Luft, um Personengruppen zu zerstreuen, die versuchten, Fahrzeuge in Brand zu setzen. Zuvor hatte ein wütender Mob ein Fahrzeug mit einem hochrangigen Polizeibeamten in der Hauptstadt Colombo angegriffen und in Brand gesteckt. Ein Luxushotel, von dem angenommen wird, dass es einem Verwandten des zurückgetretenen Premierministers Mahinda Rajapaska gehört, wurde am Dienstag ebenfalls in Brand gesteckt.

Ausgangssperre

Die seit Wochen andauernden Proteste im von einer schweren Wirtschaftskrise gebeutelten Sri Lanka sind am Montag stark eskaliert. Rajapaksa-Anhänger, die mit dem Bus nach Colombo gebracht wurden, griffen regierungsfeindliche Demonstranten mit Stöcken und Stöcken an, und die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Die Polizei verhängte zunächst eine Ausgangssperre in Colombo, die später auf das ganze Land ausgedehnt wurde und voraussichtlich bis Mittwoch andauern wird. Bei den Protesten wurden mindestens acht Menschen getötet und Hunderte verletzt.

Die EU verurteilte die Gewalt

Als Reaktion auf die Unruhen traten Rajapaksa und sein gesamtes Kabinett am Montag zurück. Auf der anderen Seite bleibt der Bruder des ehemaligen Ministerpräsidenten, Präsident Gotabaya Rajapaksa, im Amt. Er hat weitreichende Kräfte.

Die EU verurteilte die Gewalt gegen Zivilisten und rief zur Ruhe auf. Brüssel hat die srilankischen Behörden aufgefordert, „eine Untersuchung der Ereignisse einzuleiten und diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die die Gewalt angestiftet oder begangen haben“.