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Über 88 Millionen gestohlen: LKA sucht weltweit nach „Krypto-Queen“

Mehr als 88 Millionen gestohlene LKAs suchen weltweit nach einer „Kryptokönigin“.

11. Mai 2022, 16:02 Uhr

Sie trat als renommierte Anwältin an bekannten Orten wie dem Wembley-Stadion auf und brachte Tausende von Menschen dazu, in die von ihr erfundene nutzlose Kryptowährung OneCoin zu investieren. Mit den gestohlenen Millionen lebt der 41-Jährige im Luxus. LKA wird durch Hochdruck bestimmt.

Ermittler des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen (LKA) fahnden weltweit nach der flüchtigen Millionärs-Betrügerin Ruzha Ignatova. Der 41-Jährige soll laut Staatsanwaltschaft Bielefeld und LKA Düsseldorf “als treibende Kraft und intellektueller Erfinder” der angeblichen Kryptowährung OneCoin Investoren auf der ganzen Welt dazu veranlasst haben, in die de facto nutzlose Währung zu investieren.

„Wir wollen die größte Kryptowährung der Welt werden – größer als Bitcoin“, forderte Ignatova laut der Bild-Zeitung 2016 Tausende von Menschen im Londoner Wembley-Stadion auf. Wenige Monate später verschwand die selbsternannte „Kryptokönigin“ mit dem gestohlenen Geld im Untergrund. Ignatova soll ein luxuriöses Leben mit teuren Villen, edlen Yachten und Rolls-Royce geführt haben.

Die Ermittler schätzen den Schaden, der durch den Betrug bisher entstanden ist, auf mehr als 88 Millionen Euro. Der weltweit verursachte Schaden dürfte jedoch deutlich größer sein – geschätzt auf vier Milliarden Euro. Daher wurden die Anleger über die technische Grundlage des sogenannten getäuscht. Der angebliche, letztlich immer weiter steigende Wert von OneCoin wurde von den Angeklagten intern geklärt und beruht nicht auf Marktmechanismen.

Ausgeschrieben ist ein Preisgeld von 5.000 Euro

Gegen die bulgarischstämmige Frau mit deutscher Staatsbürgerschaft wird wegen gemeinschaftlichen Betrugs in einem besonders schweren Fall und Geldwäsche ermittelt. Die 41-Jährige ist seit Oktober 2017 untergetaucht, ihr Aufenthaltsort ist unbekannt. Für Hinweise zur Ergreifung der Flüchtigen wird eine Belohnung von 5.000 Euro ausgesetzt.

Neben bestehenden nationalen und europäischen Haftbefehlen hat nun eine weltweite öffentliche Suche nach dem Flüchtigen begonnen. Alle 194 Interpol-Mitgliedsstaaten sind an der Suche beteiligt. Der Aufruf zu öffentlichen Durchsuchungen muss am Abend auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ gezeigt werden.