Germany

Ukraine: Waldhäusl für höheren Nebenverdienst

Diskutiert wird auch eine Anhebung der Zuverdienstgrenze für Vertriebene aus der Ukraine, die derzeit bei 110 Euro (plus 80 Euro für jedes weitere Familienmitglied) liegt. Bundesinnenminister Gerhard Carner (ÖVP) verfolgt das erklärte Ziel, Anreize zur Erarbeitung eines Stufenmodells für Steigerungen zu setzen. Am Dienstag gab es keine Lösung.

“Gerade in dieser Frage wird es von Niederösterreich ein klares Nein geben”, sagte Niederösterreichs Asylreferent Gottfried Waldheusel nach dem Treffen. Er kritisierte den Antrag mehrerer Nichtregierungsorganisationen, sofort die Sozialhilfe für Vertriebene aus der Ukraine zu übernehmen. „Wir haben viel erreicht, tun immer noch viel und geben, was wir können. Bei der Grundversorgung achten wir darauf, dass jeder ein Dach über dem Kopf, eine gute Betreuung und möglichst jemanden bekommt, der etwas dazugewinnt. Sondern eine Umstellung, bei der wir uns nicht alle darauf einigen können, Sozialhilfe zu übernehmen.“

Waldhäusl verwies auf die derzeit in Österreich stattfindende Kostenexplosion. „Ich bin zuständig für die Sozialhilfe in Niederösterreich, wir brauchen einen Haushalt für unsere eigenen Leute“, sagte der FPÖ-Landesrat. Er bezweifelt, dass in den anderen Bundesländern genügend Budget vorhanden ist, um die Mehreinnahmengrenze anzuheben, „es sei denn, man kürzt es selbst. Für mich ist die Grenze erreicht, wenn wir dieses Geld bei unseren eigenen Leuten sparen müssen“, sagt Waldhäusl.

Einigung in anderen Flüchtlingsfragen

Zu anderen Flüchtlingsfragen, wie etwa der zur Diskussion stehenden Flüchtlingsanreisebeihilfe, kam es hingegen zu einer zwischenstaatlichen Einigung. Das seien für Ukrainer bereits 190 Euro pro Person, sagte Innenminister Gerhard Carner (ÖVP) nach dem Treffen. Der Bund habe von Anfang an klargemacht, dass er diese Kosten übernehmen werde, betonte er.

Weiterhin wurde mitgeteilt, dass auf Basis einer Lagebeurteilung gemeinsame Entscheidungen über die notwendige Reservekapazität getroffen würden. Es ist nicht möglich, Tausende von nicht benötigten Räumen dauerhaft bereitzustellen. Gleichzeitig müsse man sich aber auf neue Flüchtlingsbewegungen aus der Ukraine einstellen, wurde betont.

Debatte über die Versorgung von Flüchtlingen aus der Ukraine

Flüchtlingsbeamte des Landes trafen sich am Dienstag im Innenministerium, um über die Versorgung ukrainischer Flüchtlinge zu beraten – es gibt noch einiges zu klären, etwa die Grenze zum Zuverdienst oder die Grundversorgung.

Bereits auf der letzten Konferenz dieser Art wurde eine Anpassung der Grundversorgungsvereinbarung vereinbart. Allerdings wurde am Dienstag eine Zusatzvereinbarung ausgearbeitet und beschlossen, die dem Vorsitzenden der Landeshauptleutekonferenz – derzeit Landeshauptmann von Vorarlberg, Marcus Wallner (ÖVP) – übermittelt wird. Ziel ist eine Lösung, die Rechtssicherheit für die Zahlung erhöhter Sätze durch die Länder schafft.

Es wurde bereits eine Arbeitsgruppe zur geplanten Valorisierung der Ausgabenhöchstsätze für „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ und schutzbedürftige Gruppen wie unbegleitete Minderjährige, Waisen und Menschen mit Behinderungen eingerichtet.

Die aktuelle Situation – Russlands Aggressionskrieg gegen die Ukraine – erfordere eine weitere Dringlichkeitskonferenz, sagte Carner in einer Pressemitteilung nach der Konferenz, an der auch die burgenländischen und Wiener Landesräte Daniela Winkler und Peter Hacker (beide SPÖ) teilnahmen. Alle Teilnehmer lobten die „konstruktiven“ Diskussionen. “Ich habe eine andere Erfahrung gemacht”, sagte Hacker.