Germany

Linux-Grafikkarten: Nvidia öffnet erstmals seinen Open-Source-Treiber

Bild: Nvidia

Nvidia markiert einen Wendepunkt bei der Unterstützung der eigenen Grafikkarten unter Linux und öffnet erstmals seinen Open-Source-Treiber. Mit der 515-Serie, die die patentierte Version 510 ablöst, schließt der Hersteller erstmals auch die Linux-Community und Entwickler freier Software ein.

Es ist bis gestern schwer vorstellbar

Bis vor kurzem galt es als unwahrscheinlich, dass Nvidia über die Open-Source-Entwicklungsplattform GitHub einen eigenen Grafiktreiber für Linux, Solaris und FreeBSD unter der freien Softwarelizenz GPL/MIT zur Verfügung stellt. Doch für viele unerwartet zeigte der Hersteller genau das Verhalten, das zuvor für unmöglich gehalten wurde.

Nvidia nutzt erstmals Open Source

Nach erfolgreichem Download kann das sogenannte „Open Source GPU Kernel Module“, auch „Nvidia Linux Open GPU Kernel Module“ genannt, per Build und Install positioniert werden.

Dies ist die erste Version von NVIDIA Linux-Kernelmodulen mit offenen GPUs, Version 515.43.04.

Bauen:

make module -j`nproc`

Deinstallieren Sie zur Installation zunächst alle vorhandenen NVIDIA-Kernelmodule. Dann als root:

make modules_install -j`nproc`

Beachten Sie, dass die hier gebauten Kernel-Module mit der gsp.bin-Firmware und NVIDIA-GPU-Treiberkomponenten im Userspace ab der entsprechenden Treiberversion 515.43.04 verwendet werden müssen. Dies kann erreicht werden, indem der NVIDIA-GPU-Treiber aus der .run-Datei mit der Option –no-kernel-modules installiert wird. z.B.

sh./NVIDIA-Linux-[…].run –no-kernel-modules Nvidia Open Source GPU-Module

Während die sogenannte „Userspace-Software“ proprietär bleibt, sind GPUs und Treiber nun offen für alle und können endlich mit und von der Open-Source-Community weiterentwickelt werden. Nvidia kommentierte dies wie folgt.

Diese Version ist ein bedeutender Schritt zur Verbesserung der Erfahrung bei der Verwendung von NVIDIA-GPUs in Linux, für eine engere Integration mit dem Betriebssystem und für Entwickler zum Debuggen, Integrieren und Zurückgeben.

Für Anbieter von Linux-Distributionen erhöhen Open-Source-Module die Benutzerfreundlichkeit.

Sie verbessern auch die Vorbenutzererfahrung beim Signieren und Verteilen des NVIDIA-GPU-Treibers. Canonical und SUSE können offene Kernel-Module sofort mit Ubuntu- und SUSE Linux Enterprise-Distributionen verpacken.

NVIDIA

Canonical und SUSE sollen jeweils die ersten sein, die die kostenlosen GPU-Module von Nvidia in ihren Linux-Distributionen Ubuntu und SUSE Linux Enterprise installieren.

Der Open-Source-Grafiktreiber ist noch nicht ausgereift

Der aktuelle Stand des „Open-Source-GPU-Kernmoduls“ zeigt, dass Nvidia mit seinen Open-Source-GPUs und -Grafiktreibern noch in den Kinderschuhen steckt. Während kostenlose GPUs für den Einsatz in Rechenzentren bereits als „ausgereift“ eingestuft werden, wird der Einsatz von GPUs für die Produktreihen GeForce, RTX und Quadro noch als Alpha deklariert.

Open Source nur für Turing und Ampere

Grafiktreiber auf Basis des „Open Source GPU Core Module“ setzen eine Grafikkarte auf Basis der Turing- oder Ampere-Architekturen voraus. Ältere Generationen von Nvidia-GPUs müssen ihren eigenen Treiber oder den Open-Source-Nouveau-Treiber verwenden.

Version 515.43.04 bietet Open Source durch Einbindung (Bild: Nvidia)

Ab der neuesten Version 515.43.04 steht der Nvidia-Grafiktreiber erstmals sowohl als proprietäre Version als auch optional als Open-Source-Version für den Nutzer zur Verfügung. Nvidia-Entwickler haben weitere Informationen im Technical Blog zusammengefasst. Noch mehr Details zur neuen Version liefert die Projektseite der Entwicklerplattform GitHub. Der bekannte YouTube-Nutzer Jeff Girling liefert zusätzliche Informationen zum Open-Source-Treiber.

Die Redaktion möchte dem Mitglied der ShadowDragon-Community für die Meldung dieser Veröffentlichung danken.