Update um 16:20 zur Öffnung der betroffenen Schulen:
Die Don Bosco High School schreibt auf der Website der Schule, dass die Schule auch am Freitag (13. Mai) für den Unterricht geschlossen bleibt. Das habe die Schulleitung nach reiflicher Überlegung entschieden, heißt es. Lehrer müssen das Geschehene in Ruhe aufarbeiten und vor allem wichtige Dinge vorbereiten, wie die mündlichen Abiturprüfungen am Montag.
Das Gymnasium Schloss Borbeck findet am Freitag „normal“ statt. Dort können Schüler in ihren Klassen über den Vorfall sprechen und den Weg zurück in den Unterricht finden, so die Schule auf Radio Essen-Demand.
Die Herbstpolizei hat zwei Schulen in Borbek abgeriegelt
In zwei Essener Schulen kam es am Donnerstag (12.05.) zu größeren Polizeieinsätzen. Betroffen seien das Don-Bosco-Gymnasium und das Schloss-Borbeck-Gymnasium, teilte die Polizei mit. Es besteht der Verdacht, dass ein 16-jähriger deutscher Schüler in beiden Schulen Straftaten begehen wollte. Die Ermittlungen seien in vollem Gange, heißt es.
Polizeieinsatz im Herbst: Was bisher bestätigt wurde
Die Polizei hat nun bestätigt, dass ein SEK-Team gegen 4.20 Uhr frühmorgens in eine Wohnung in der Nähe des Borbek-Gymnasiums eingebrochen ist und diese durchsucht hat. Dort lebt ein 16-jähriger Schüler, der zunächst die Realschule am Schloss Borbeck und später das Don Bosco-Gymnasium besuchte. In der Wohnung wurden mehrere Rohrbomben mit Zeitschaltuhr, eine Nagelbombe, mehrere Armbrüste, improvisierte Waffen und Sprengstoff gefunden. Der 16-Jährige plante offenbar eine Mordserie. Das bestätigte NRW-Innenminister Herbert Reul am Mittag auf einer Landespressekonferenz. Inwieweit diese Waffen wirklich funktionsfähig wären, bleibt im Detail abzuwarten. Auch die Essener Polizei bestätigte, dass der Junge vorübergehend in seinem Zimmer festgenommen und verhört wurde. Auch die Eltern des Jungen seien in der Wohnung anwesend gewesen, heißt es.
Laut Innenminister Reul könnte der mutmaßliche Täter ein rechtsextremistisches Motiv gehabt haben. Bei den Durchsuchungen wurde angeblich ein Manifest mit fremdenfeindlichem Gedankengut und Runen der SS entdeckt. Gleichzeitig könnten die Dokumente als Hilferuf eines jungen Mannes gewertet werden, sagte Reul, da dem 16-Jährigen schwere psychische Probleme und Suizidgedanken nachgesagt wurden.
Auf einer Pressekonferenz am Donnerstagnachmittag sagte Reul außerdem, der Essener Albtraum sei heute wohl abgewendet worden und dankte dem Hinweisgeber für die Information von Polizei und Schulen sowie für das schnelle Eingreifen der Essener Polizei. Offenbar habe der mutmaßliche Täter dem Whistleblower selbst gesagt, er wolle Bomben in Schulen legen, so Reul.
Beide Schulen blieben am Donnerstag geschlossen. Unter anderem suchten zehn Polizeihunde nach deponierten Bomben oder Waffen, außerdem arbeiten etwa 123 Polizisten an dem Fall. Polizeisprecher Christoph Wickhorst sagte am Mittag gegenüber Radio Essen, die erste Durchsuchung habe keine Auffälligkeiten in den Schulen ergeben und bisher nichts gefunden. Es gab eine zweite Suche am Mittag, um uns zu schützen. Diese endete kurz nach 14 Uhr und es gab keine Funde. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gegen den 16-Jährigen.
Der Innenminister von Nordrhein-Westfalen, Herbert Reul, sprach auf einer Pressekonferenz über den Vorfall hier in Borbeck. Seine vollständige Aufnahme können Sie hier hören.
Direktor des Don-Bosco-Gymnasiums in Essen
Einem Reporter von Radio Essen gelang es am Vormittag, mit dem Direktor des Don-Bosco-Gymnasiums zu sprechen. Er sagt:
Derzeit darf niemand das Gelände betreten, aber das Sekretariat wird betreut und die Schulleitung ist auch vor Ort. Es gibt viele Anrufe, teils von offiziellen Stellen, aber auch von vielen Eltern. Er hat frühzeitig die Ankündigung auf der Homepage gepostet, dass die Schule heute (12. Mai) abgesagt wurde. Einige Eltern hielten dies für Betrug und dachten, die Website der Schule sei gehackt worden, weshalb es viele weitere Anrufe gibt. Um alles zu beantworten, ist es wichtig, mit allen in Kontakt zu bleiben. Daher ist es auch sehr gut, dass Radio Esen ankündigt, ob es morgen wirklich eine normale Schule geben wird, darüber ist noch nicht entschieden. Studenten haben jetzt schlechte Bilder im Kopf, viele haben Angst. Es bleibt abzuwarten, ob dies morgen in die Schule gebracht wird oder ob der Unterricht nächste Woche wieder aufgenommen wird. Wann die Polizei das Gebäude und das Areal wieder räumen wird, ist noch unklar. (Stand: 12.05. 10:30)
Die Schulleiterin zeigte sich von der Nachricht am Donnerstagmorgen nicht überrascht, im Gegenteil: Auch die Schule selbst meldete den Verdacht in der Nacht zum Mittwoch der Polizei, nachdem sie Hinweise auf eine geplante Straftat erhalten hatte. Ob der Rat von der Studentenorganisation kam, wollte er nicht sagen.
Antworten aus dem Elternbeirat
Viele Eltern erhalten morgens nur eine kurze Nachricht. Dies verursachte viel Verwirrung und viele Anrufe untereinander und mit dem Don-Bosco-Gymnasium. Dann kündigte eine weitere Ankündigung die Schließung der Schule an. Tanya Mlakar ist im Elternbeirat des Gymnasiums und hat zwei Söhne an der Schule. Sie haben ein ungutes Gefühl, wieder zur Schule zu gehen. Sie kennen den mutmaßlichen Täter nicht persönlich, aber der Schock sitzt tief. Im Gespräch mit Radio Essen-Spätschicht hofft Tanya Mlakar, dass der Vorfall für die Studierenden aufgearbeitet und weitere Unsicherheiten aus dem Weg geräumt werden.
Hilfe von der Stadt Essen und der Schulpsychologie
Wie sie in einer solchen Situation handeln und was sie tun können, um Betroffenen zu helfen, erklärten die Leiterin der Sozialdienste der Stadt Essen, Susanne Schreinert, und die Schulpsychologin Hubertina Falkenhagen von der Schulberatung Essen im Interview mit Radio Essen.
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