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Eine zweifache Mutter wird erstochen: Ihr Mann gesteht

Pisendorfer, der zuvor geflüchtet war, stellte sich am Samstagmorgen der Polizei. Dem Verdächtigen soll der Zutritt verweigert worden sein.

Der 41-jährige Ehemann des erstochenen 30-Jährigen aus Pisendorf hat die Tat am Sonntagmorgen offenbar gestanden. Zuvor hatte ihn die Polizei als dringend tatverdächtig eingestuft, doch konnte er bis vor kurzem keine näheren Angaben zu den laufenden Verhören machen. Der mutmaßliche Täter sagte der APA über seinen Anwalt, er habe “in einer allgemein nachvollziehbaren heftigen Gefühlslage” gehandelt. Seine erstochene Ex-Frau habe ihn erpresst und gedemütigt.

Laut Kurier war der Mann offiziell bekannt. Ihm wurde der Zutritt verweigert, nachdem er Mitte April angeblich seine Frau verletzt hatte. Die beiden hatten sich im Winter getrennt. Der Mann soll seine Frau verfolgt haben.

Pisendorfer, ein ehemaliger Flüchtling, stellte sich am Samstagmorgen der Polizei, am Nachmittag begannen die Ermittler des Landeskriminalamts mit der Vernehmung, „einer mehrstündigen Vernehmung“, sagte Verteidiger Franz Esl der APA.

Die Leiche der Frau wurde am Freitag in der Pinzgauer Gemeinde gefunden. Auf Nachfrage sagte Essl, sein Mandant bedauere zutiefst, dass es sich nicht um einen vorsätzlichen Mord gehandelt habe: „Er liebte seinen Partner immer noch, sah aber keinen anderen Ausweg.

Essl spricht von der „ausweglosen Lage“ und der „hoffnungslosen Verzweiflung“, in der sich der mutmaßliche Täter befinde. Seit einigen Wochen gibt es immer wieder Streit um die bevorstehende Trennung. Eine hitzige Debatte über Möglichkeiten der Trennung eskalierte schließlich am Freitag.

Die Frau wollte die Firma übernehmen

Nach Angaben des Verteidigers hatte die Mutter zweier Kinder vor der Tat angekündigt, das gemeinsame Unternehmen übernehmen zu wollen. Dies betraf unter anderem die gemeinsame Anmietung von zwei Restaurants und einem Buffet am Pool. Aus dieser extremen emotionalen Situation heraus entstand die Tat, weshalb der Verteidiger auf Totschlag in einem emotionalen Zustand plädierte, der im Fachjargon „allgemeine Gewaltgefühle“ genannt wird.

Nach aufeinanderfolgenden Medienberichten wurden bei der Obduktion am Körper des Opfers mehrere Stichwunden und Strangulationsspuren gefunden. Am Sonntagnachmittag konnte die Polizei auf Anfrage der APA keine offiziellen Angaben machen.

Laut ORF fanden Ermittler zwei Messer in dem Gästehaus, in dem die Leiche von Angehörigen gefunden wurde. Ob es sich dabei um Mordwaffen handelt, bleibt unklar. Weitere Informationen zum Stand der Ermittlungen und zu den Ergebnissen der forensischen Untersuchung werden am Nachmittag erwartet.

(APA / Hrsg.)