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Massaker um Kiew – Hunderte Leichen gefunden

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Erstellt: 18.05.2022, 20:12

Aus: Tobias Utz, Daniel Dillmann

Trennung

Die Asowsche Stahlproduktion in Mariupol ist zurückgegangen. Russland kontrolliert die Stadt, und der ukrainische Präsident Selenskyj verlängert das Kriegsrecht. Der Newsticker.

  • Asows Stahlproduktion sinkt: Russland erzielt strategisch wichtigen Erfolg im Krieg in der Ukraine.
  • Neue Panzer für die Front: Moskau schickt moderne Panzer in den Krieg mit der Ukraine.
  • Die Situation am Morgen: Alle Nachrichten zum Konflikt in der Ukraine aus der Nacht und die Aussichten für den Tag.

+++ 20.00 Uhr: Nach ukrainischen Angaben wurden in der Gegend um Kiew etwa 1288 Leichen gefunden. Die Menschen wurden laut ukrainischen Behörden von russischen Soldaten gefoltert, vergewaltigt und hingerichtet. „Ich betone noch einmal, das sind Zivilisten! Die meisten von ihnen wurden mit automatischen Waffen erschossen“, sagte Polizeichef Andriy Nebitov im Fernsehen. Die Gräueltaten gingen weiter, bis die russischen Truppen im April abzogen.

Verwüstete Straße in Bucha. Auch hier verübten russische Truppen dutzende Greueltaten. © Felipe Dana/AP/dpa

Nachrichten aus der Ukraine: Wladimir Selenskyj will das Kriegsrecht verlängern

+++ 18.40 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich für eine Ausweitung des Kriegsrechts in seinem Land ausgesprochen. Angesichts des russischen Angriffskrieges will Selenskyj bis Ende des Sommers expandieren. Der ukrainische Präsident hat bereits einen Gesetzentwurf vorgelegt. Der Ausnahmezustand muss nun noch mindestens 90 Tage andauern. Seit dem 24. Februar, als russische Truppen das Land angriffen, gilt in der Ukraine das Kriegsrecht, das am 24. Mai auslaufen sollte.

Nachrichten aus der Ukraine: Hochrangige ukrainische Kommandeure werden in Stahlwerken festgehalten

+++ 16.00 Uhr: Auch wenn sich viele Mariupoler Stahlsoldaten „kapitulierten“, wie der Kreml es ausdrückte, sollen hochrangige ukrainische Kommandeure noch im Stahlwerk sein. Sie haben sich noch nicht ergeben, berichteten lokale Medien am Mittwoch, zitiert vom prorussischen Separatistenführer Denis Puschtschilin. Die Nachrichtenagentur DAN zitierte Pushilin mit den Worten, dass es unter den Hunderten von Kämpfern, die sich ergeben hätten, keine hochrangigen Kommandeure gegeben habe. „Sie haben die Einrichtung noch nicht verlassen“, sagte er.

+++ 13.00 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin überlässt offenbar die seit Monaten belagerte Hafenstadt Mariupol seinem „Windhund“. Damit ist Ramsan Kadyrow gemeint, der sich mit seiner Brutalität bereits international einen Namen gemacht hat. Unter anderem soll der Anführer der tschetschenischen Hilfstruppen aus Russland „Aufseher“ in Mariupol beauftragt haben, die Lage zu überwachen. Inzwischen soll Kadyrows Cousin Adam Delimchanow als Feldkommandant in der Hafenstadt dienen.

+++ 10.30 Uhr: Menschen auf der Flucht aus Mariupol berichten von schrecklichen Zuständen in der von Russland besetzten Stadt. Das russische Militär soll das Feuer auf zivile Gebäude eröffnet und dabei immer mehr Menschen getötet haben. „Die Leute sterben einfach. Die ganze Stadt ist im Chaos“, sagte ein Bewohner, dem die Flucht gelang, gegenüber dem Nachrichtenportal Kyiv Independent.

+++ 9.00 Uhr: Neben modernen Panzern schickt Russland weitere Hubschrauber in den Krieg in der Ukraine. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums hat der Kreml 15 Kampfhubschrauber in die Region Luhansk geschickt. Sie sollen den Angreifern helfen, die Verteidigungslinien im dichten Osten des Landes zu durchbrechen. Nach dem Fall von Mariupol dürfte sich der Kreml ganz auf die Eroberung des Donbass konzentrieren.

Nachrichten in der Ukraine: Stahlproduktion Asow fällt – Russland übernimmt Mariupol

Erstmeldung am Mittwoch, 18. Mai, 8.00 Uhr: Kiew – Russland ist es gelungen, das im Krieg in der Ukraine schwer umkämpfte Asowsche Stahlwerk in Mariupol zu erobern. Die restlichen 260 ukrainischen Soldaten wurden gefangen genommen. Dies wurde sowohl von der ukrainischen als auch von der russischen Seite angekündigt.

Das Schicksal ukrainischer Kriegsgefangener bleibt unklar. Präsident Wladimir Selenskyj sagte am Mittwochabend (18. Mai), dass internationale Vermittler eingesetzt würden, um Soldaten aus russischer Gefangenschaft zu retten. Kiew hofft auf einen späteren Austausch russischer Kriegsgefangener. Auch einen solchen Schritt ließ Moskau zunächst offen. Stattdessen hat der Kreml ein Video veröffentlicht, das angeblich gefangene Ukrainer, die medizinische Versorgung und die Evakuierung der Verwundeten zeigt. Etwa 50 der Soldaten sollen schwer verletzt worden sein.

Nachrichten in der Ukraine: Russland übernimmt das Asowsche Stahlwerk in Mariupol

Damit endet der dreimonatige Kampf um das Asowsche Stahlwerk. Bis zu 1.000 Zivilisten und mindestens ebenso viele Soldaten sollen dort Zuflucht gesucht haben, heißt es manchmal. Mit der Eroberung dürfte der letzte Widerstand der Ukraine in Mariupol gebrochen werden. Nun gibt es in Kiew Befürchtungen, dass Russland Beweise für Kriegsverbrechen in der Hafenstadt vernichten könnte. “Die Mörder verwischen ihre Spuren”, heißt es in einer Erklärung der gestürzten Stadtverwaltung kurz vor der Eroberung durch russische Truppen.

Nachrichten aus der Ukraine: Russland schickt nach dem Sieg in Mariupol neue Panzer in den Krieg

Während Russland in Mariupol den Sieg feiert, soll Wladimir Putins Armee in der Ostukraine weiterhin schwere Verluste erleiden. Unbestätigten Informationen zufolge greift vor allem die Luftabwehr die Angreifer weiter an. Um den Sieg im Krieg in der Ukraine wie in Mariupol zu erzwingen, schickt die Militärführung jetzt die modernsten Panzer, die ihr zur Verfügung stehen, an die Front. Ein ganzer Zug voller T-90M-Panzer soll auf dem Weg in die Ukraine sein. Das berichtete die Zeitung „Iswestija“. Dementsprechend müssen die Tanks frisch aus dem Werk Uralvagonzavod kommen, dem größten Tankwerk der Welt. (dil/tu mit AFP/dpa)