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Kryptowährungen: Terra will einen kaputten UST-Stablecoin mit einem Hard Fork begraben

Nach dem Zusammenbruch seiner TerraUSD- und Luna-Münzen flieht das Terra-Kryptowährungsprojekt mit einem Wiederherstellungsplan. Der Vorschlag für eine Hard Fork liegt auf dem Tisch, dh. Blockchain-Splitting. Auf der alten Kette namens Terra classic muss das Währungspaar TerraUSD (UST) und Luna bestehen bleiben; Der Rest des Ökosystems wird entlang einer neuen Kette namens Terra fortgesetzt. Auch hier soll es einen neuen Luna-Token geben, der unter anderem an die Inhaber der alten Token verteilt wird.

Offensichtlich wollen sie auf zusätzliche Stable Coins verzichten. „Terra ist mehr als UST“ ist das Schlagwort von Do Kuon, Leiter von Terraform Labs, dem Unternehmen hinter Terra.

Die Lunatoken-Community ist nun eingeladen, über den Plan abzustimmen. Die Abstimmung dauert noch sieben Tage und soll nun genehmigt werden: Bei knapp 20 Prozent der Stimmen stimmten mehr als 89 Prozent dafür und etwas mehr als 10 Prozent dagegen. Es wird behauptet, dass mehrere Dienste und Projekte im Zusammenhang mit der Terra-Blockchain ebenfalls eine Genehmigung signalisiert haben.

Die instabile Stablecoin

Als die Krypto-Marktpreise letzte Woche fielen, fielen auch die viertgrößte Stablecoin von TerraUSD und die verwandte Münze Luna. Stablecoins sind Kryptowährungen, die ihren Preis an einen anderen Wert wie den US-Dollar koppeln. Eine Münzeinheit sollte immer einen US-Dollar kosten. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht darin, ausreichende Liquiditätsreserven zu halten.

Das TerraUSD-Konzept beinhaltete zwar auch Notreserven, sah aber vor allem vor, dass der Stablecoin durch Anreize zum regelmäßigen Geldwechsel zum Lunacoin und gegenseitige Anpassungen der Geldmenge Stabilität findet. Das Konzept heißt algorithmische Verbindung. In diesem Fall ist das Konzept vergangene Woche komplett gescheitert, UST rutschte vom Dollar ab und Luna stürzte in den Abgrund. Aktuell kostet Lunacoin noch 0,0001734 USD, Anfang des Monats lag der Kurs bei rund 80 USD. UST sind 10 US-Cent.

Auch die Reserven zur Stützung der US-Dollar-Parität in Notfällen sind deutlich geschrumpft. Beispielsweise sind von den ursprünglich 80.000 Bitcoins nur noch 313 übrig. Terra gab Anfang dieser Woche bekannt, dass der Rest in einem kürzlichen Versuch, UST zu retten, verkauft worden sei. Terra hat Vorwürfe zurückgewiesen, dass das Geld in inländische Geschäfte geflossen sei, um Großinvestoren zu täuschen. Derzeit wird gesagt, dass der Wert des Korbs von Kryptowährungen in der Reserve etwa 280 Millionen Dollar beträgt. Anfang Mai waren es noch über vier Milliarden Dollar. Es wurde bereits gefordert, mit dem verbleibenden Geld vor allem kleinere Investoren zu entschädigen.

Die Rechtsabteilung entkam

Auch das Terra-Projekt kann vor Probleme stoßen, die mit einem Fork allein nicht zu lösen sind – etwa in der südkoreanischen Heimat von Do Kwon. Unter anderem haben südkoreanische Finanzaufseher laut einem Bericht von Yonhap eine „dringende Untersuchung“ der Vorfälle angekündigt. Schätzungen zufolge sind allein in Südkorea etwa 280.000 Investoren, insbesondere junge, schwer getroffen worden. Verluste mit UST und Luna Terra und Do Consider Kwon Laut lokalen Berichten hat der Abgeordnete Yun Chang-Hyun außerdem eine parlamentarische Anhörung zum Absturz von TerraUSD und Luna beantragt, zu der auch Kwon eingeladen werden sollte.

Übrigens sollen die Mitarbeiter der Rechtsabteilung von Terraform Labs das Unternehmen komplett verlassen haben, schreibt der Fachdienst The Block. Laut einer anonymen Quelle wird sich das Unternehmen künftig rechtlich beraten lassen.

(axk)

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