Am 19. Mai 2022 um 19:16 Uhr
Unwetter in NRW: Wetterdienst warnt vor möglichen Tornados
15 Bilder Starke Unwetter in NRW – Gewitter, Starkregen und Hagel
Foto: Evers, Gottfried (eve)
Herbst-Update Das Wetter in NRW wird ungemütlich – und sogar gefährlich: Die Menschen im ganzen Land müssen sich weiterhin auf Gewitter und sogar mögliche Tornados am Freitag einstellen.
Von Brita Schunk und Katarina Gilles
Nach den für Donnerstag angekündigten starken Gewittern soll sich das Wetter auch am Freitag nicht beruhigen. Der Deutsche Wetterdienst hat erneut eine Unwetterwarnung für NRW herausgegeben. „Das stärkste und schwerste Gewitter im Land droht seit langem“, sagte DWD-Meteorologe Sebastian Altnau. Manchmal kann es orkanartige Böen geben. „Im Freien besteht Lebensgefahr“, sagt Altnau. Menschen sollten sich nach Möglichkeit nur nachmittags in Innenräumen aufhalten, auch Keller sollten gemieden werden.
Bereits am Mittwoch hatte der DWD davor gewarnt, dass die Wahrscheinlichkeit vereinzelter Tornados am Freitag in NRW noch größer sei als sonst. Ob, wo und wann rohrartige Stürme über das Land ziehen könnten, ist noch nicht absehbar. “Wir können nur kurzfristig Tornado-Warnungen geben, etwa fünf bis sechzig Minuten im Voraus”, sagte der Meteorologe.
NRW ist laut Deutschem Wetterdienst das am stärksten von Sturm betroffene Bundesland. Es werde „sehr starke Gewitter geben – mit massiven Folgen“. Die Behörden wurden gewarnt: “Wir sprechen von einer äußerst gefährlichen Situation in NRW.” Auch Überschwemmungen seien möglich – eine Flutkatastrophe wie 2021 im Arttal sei aber “eher unwahrscheinlich”. Aber es kann überlaufende Kanäle, umherfliegende Äste und Blitze geben.
Am Samstagabend ziehen Regen und Gewitter nach Osten. Es bleibt überwiegend trocken mit niedrigen Werten zwischen zwölf und acht Grad.
Am Samstag wird teilweise bewölktes Wetter erwartet. Nördlich der Ruhr wird morgens vereinzelt mit Niederschlägen gerechnet, ansonsten fallen laut DWD überwiegend Niederschläge. Es wird deutlich kühler mit Höchsttemperaturen zwischen 18 und 22 Grad und etwa 16 Grad in den Bergen. Im Nordosten des Landes kann es noch zu starken Böen kommen. Die Sonntagnacht wird voraussichtlich niederschlagsfrei bleiben.
Als erste im Land rechnen die Menschen im Südwesten Nordrhein-Westfalens am Donnerstag mit schweren Gewittern und Stürmen. Ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sagte, das Gewitter sei bereits am Donnerstagnachmittag über das Aachener Gebiet gezogen. Auf lokaler Ebene besteht Unwettergefahr.
In Krefeld wurde wegen des Unwetters um 13 Uhr eine Flüchtlingsunterkunft evakuiert. Dies ist eine „reine Vorsichtsmaßnahme“; Die Stadt sagt: „Bei ausgerufenen Unwettern mit einer Windstärke von 10 oder mehr sieht das Konzept der vorsorglichen Evakuierung für Lichthallen vor“, sagte ein Stadtsprecher. Die Versorgung der Menschen erfolgt durch die Malteser.
Das angekündigte Unwetter erreichte den Kreis Kleve. Am Donnerstagnachmittag verdunkelte sich der Himmel für wenige Minuten, erste kräftige Windböen, begleitet von Gewittern, zogen über den Niederrhein.
In Duisburg wurde wegen des Unwetters die Zeltstadt für Flüchtlinge aus der Ukraine geräumt. Der Krisenstab der Stadt hat am Donnerstag beschlossen, alle in Zelten an der Hamborner Straße untergebrachten Menschen während des Gewitters in Schutzräumen im Landschaftspark unterzubringen und zu verpflegen.
Grund für die Gewittersituation sind warme und zunehmend feuchte Luftmassen, die mit einer Südwestströmung nach Nordrhein-Westfalen transportiert werden. Am Donnerstag steigen die Temperaturen auf 27-30 Grad, in den höheren Bergen auf 24 Grad. „Wir erwarten starke Gewitter mit Starkregen, Sturmböen und Hagel“, sagte Meteorologe Sebastian Altnau vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Orkanartige Böen mit bis zu 110 Stundenkilometern seien am Donnerstag nicht auszuschließen, berichtet der DWD.
Starkregen von 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter, mancherorts sind Starkregen von 25 bis 40 Liter pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde möglich. Gewitter ziehen relativ schnell, aber heftig vorbei. Hinzu kommen starke Windböen mit etwa 100 Stundenkilometern sowie schwerer Hagel mit einer Korngröße von bis zu drei Zentimetern.
Niederschlag und Gewitter lassen laut DWD in der Nacht zum Freitag wieder nach, beleben sich aber am frühen Morgen vor allem im Süden mit teils kräftigen Gewittern wieder.
Laut DWD sind vereinzelte Tornados auch am Freitag möglich.
Ob, wo und wann es zu Rohrstürmen kommen kann, ist noch nicht absehbar. „Wir können nur kurzfristig Tornado-Warnungen geben, etwa fünf bis sechzig Minuten im Voraus“, sagt Tornado-Experte Andreas Friedrich vom DWD. Wenn Sie eine schwarze Wand auf sich zukommen sehen, sollten Sie schnell in Innenräumen ohne Fenster oder Keller Schutz suchen. Zwischen 40 und 80 Tornados gab es im vergangenen Jahr in Deutschland.
Hier ist die Fotogalerie: Starke Unwetter in NRW – Gewitter, Starkregen und Hagel
Add Comment