20.05.2022 11:16 (akt am 20.05.2022 11:16)
Der stille Protest vor dem Festspielhaus. © VOL.AT / Mayer
Anlässlich der Konferenz der Landeshauptleute im Festspielhaus appellierte Fridays For Future an die Staatsoberhäupter: Der Klimaschutz dürfe nicht weiter hinausgezögert werden.
Die Landeshauptleutekonferenz findet am Freitag im Festspielhaus Bregenz statt. Anlässlich der Fridays For Future Konferenz startete Vorarlberg eine Aktion auf der vorderen Bühne des Festivals. In einem stillen Protest stellten sich Klimaaktivisten zu Beginn der Konferenz vor dem Festspielhaus in Bregenz auf. Die Botschaft, die auf allen Schildern zu lesen ist: „Denkt an die Kinder!“ – in einem Dialekt jedes Bundeslandes.
Berufung von neun Dialekten
Laut Fridays For Future verlangsamt sich der Klimaschutz derzeit deutlich. Jetzt muss gehandelt werden. Damit die Emissionen österreichweit sinken, müssen sie dies in jedem Bundesland tun. Landeshauptleute haben hier großen Einfluss. Der Freitag forderte alle Landesgouverneure auf, aus dem klimaschädlichen Erdgas auszusteigen und die Erneuerbaren weiter auszubauen, statt sie zu blockieren. Die aktuelle Politik bedroht die Zukunft der jüngeren Generation und des Planeten, sagen Aktivisten.
Aktivisten vor dem Festspielhaus. Bild: VOL.AT/Mayer
Ohne beim Klimaschutz Halt zu machen
Leider gibt es viele Beispiele dafür, dass Staatsbeamte langsamer werden. Das Erneuerbare-Energien-Ausbaugesetz (EAG) ist verabschiedet und der Bund stellt hohe Fördermittel bereit. Der eigentliche Ausbau scheiterte jedoch an der Freigabe von Wind- und Solarzonen durch Landesgouverneure. Auch das derzeit auf dem Tisch liegende Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWG) wäre gar nicht nötig gewesen, wenn die Landeshauptleute den Ausstieg aus der Öl- und Gasheizung nicht so lange hinausgezögert hätten, sagen Klimaschützer. Auf der Konferenz müssen die Landeshauptleute fordern, dass das Klimaschutzgesetz und das EEG noch vor dem Sommer verabschiedet werden. „Spätestens nach dem Angriffskrieg gegen die Ukraine sollte allen klar sein, dass wir mit dem Ausstieg aus fossilen Brennstoffen keine Zeit verlieren sollten“, sagte die 17-jährige Aktivistin Sofia Simon.
Das Klimaschutzrecht ist wichtiger denn je
Klimaschutz darf nicht einfach immer weiter hinausgezögert werden. Jüngsten Berichten zufolge schreitet die Klimakrise schneller voran als erwartet, und Länder auf der ganzen Welt sind weit davon entfernt, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Österreich bildet hier keine Ausnahme, ist aber im internationalen Vergleich sogar negativ. „Jeden Tag, den unsere Politiker ohne Arbeit verbringen, fokussieren wir uns mehr und mehr auf die Klimakrise. Wir haben seit mehr als 500 Tagen kein wirksames Klimaschutzgesetz. Das ist unverständlich und beängstigend. Ein Gesetz gegen die größte Bedrohung unserer Generation fehlt seit mehr als einem Jahr. Unser Aufruf ist dringender denn je. Wir hoffen, dass es wahrgenommen wird“, sagte Klimaaktivist Johannes Hartmann, 26.
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