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Börsentag Montag, 23. Mai 2022

Auch die Kombination aus Inflationsrisiken und Wachstumssorgen wird die Anleger in der neuen Woche irritieren. „Die sinkenden Gewinnerwartungen für den DAX deuten auf eine lange, nervöse Schwankung am deutschen Aktienmarkt mindestens bis Herbst 2022 hin“, sagte Commerzbank-Stratege Andreas Hürkamp. Zwischen Hoffen und Bangen bewegte sich der DAX in den letzten Handelstagen auf und ab. Aber immerhin mit einem Aufschlag von knapp 100 Stellen oder 0,7 Prozent. Auch an der Wall Street war die Richtungssuche beliebt. Der DAX ist aktuell mit rund 14.100 Punkten bewertet.

Die konstant hohe Inflation bleibt ein Problem und schwächt bereits jetzt die Rentabilität großer Einzelhändler in den Vereinigten Staaten. „Sollten sich die schlimmsten Befürchtungen der Anleger vor sinkender Kaufkraft der Verbraucher bestätigen, wäre das eine schlechte Nachricht für die Börse“, sagte Analyst Konstantin Oldenburger vom Online-Broker CMC Markets. Schließlich ist der Verbraucher ein wichtiger Faktor, um eine Rezession zu vermeiden.

Nervös sind Anleger auch wegen der angespannten Lage im Energiesektor, da die russischen Lieferungen aufgrund des Krieges in der Ukraine immer mehr zurückgehen. Der Konflikt und seine Folgen werden auch die Debatten der Spitzenpolitiker aus Politik und Wirtschaft beim Weltwirtschaftsforum in Davos bestimmen, das noch bis Donnerstag stattfindet.

Die vielen negativen Faktoren dürften jedenfalls zunehmend auf die Stimmung der deutschen Unternehmen drücken. Experten erwarten, dass das Ifo-Geschäftsklima im Mai, der am Morgen erwartet wird, im Durchschnitt auf 91,4 von zuvor 91,8 Punkten sinken wird. Am Nachmittag werden die Vereinigten Staaten Daten über das Geschäftsklima, den Index der nationalen Aktivität der Federal Reserve of Chicago und die halbjährigen Wirtschaftsaussichten von ISM verfolgen.