Germany

Die Maskenpflicht fällt, die Impfpflicht bleibt ausgesetzt

Die Pandemie sei noch nicht vorbei, aber sie “gibt uns Luft zum Atmen”, sagte Gesundheitsminister Rauch. Daher werden Kronenmaßnahmen weiter gelockert – außer in Krankenhäusern.

Die Maskenpflicht ist vorbei – zumindest vorerst. Das gaben Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) und Verfassungsministerin Carolyn Edstadler (ÖVP) am Dienstagvormittag bekannt. Der Entscheidung war ein Bericht der Expertenkommission vorausgegangen, der in der Nacht zum Montag der Bundesregierung vorgelegt wurde. Auch die Impfpflicht gegen das Coronavirus wird den Empfehlungen zufolge im Sommer ausgesetzt.

„Wir haben in den letzten Wochen eine positive Entwicklung in der Corona-Pandemie“, sagte Rauch. Die Zahl der Neuinfektionen ist stetig rückläufig und liegt mittlerweile unter 2000. Auch die Lage in den Krankenhäusern hat sich beruhigt, derzeit befinden sich nur noch etwa 600 im Zusammenhang mit Covid-19 im Krankenhaus. “Ich denke, das ist eine gute Nachricht”, sagte Rauch. Dazu: „Jetzt gibt uns die Pandemie Luft zum Atmen – das heißt aber nicht, dass hier das Ende der Pandemie verkündet wird.“ Aber: “Ja, es ist jetzt unsere Verantwortung, dass wir für die neuen Regeln verantwortlich sind.”

Darin heißt es: Ab dem 1. Juni wird die Maskenpflicht “pausiert”. Es verbleibt in “gefährdeten Umgebungen” wie Krankenhäusern und Pflegeheimen. Die Empfehlung, weiterhin freiwillig einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, bleibe weiterhin gültig – “zumindest werde ich das weiterhin tun”, sagte Rauch. “Übernehmen Sie persönliche Verantwortung.”

Rauch: „Masken werden zurückkehren“

Der Minister räumte auch ein: “Wir erwarten, dass die Maske zurückkehrt – alle Szenarien für den Herbst deuten darauf hin, dass wir eine neue Option bekommen, eine neue Welle im Herbst.” Mit anderen Worten: “Wir müssen lernen, mit der Pandemie zu leben.”

Die letzte große Erleichterung nahm die Regierung im April. FFP2-Masken sind seitdem nur noch in geschlossenen Räumen von Krankenhäusern und Pflegeheimen, öffentlichen Verkehrsmitteln und Taxis, im Kundenbereich des Hauptgewerbes, im öffentlichen Verkehr von Behörden und in religiösen Praxiseinrichtungen außerhalb von Messen Pflicht. Gewerkschaften und Einzelhändler haben wiederholt die Abschaffung von Masken in Supermärkten und Drogerien gefordert, da das Tragen von Masken die Beschäftigten stark belastet.

Edtstadler: „Fokussierung ist derzeit nicht gerechtfertigt“

Verstöße gegen die Impfpflicht mussten eigentlich ab Mitte März sanktioniert werden, doch auf Empfehlung der Expertenkommission wurde die Impfpflicht zunächst bis zum 1. Juni ausgesetzt. Und das wird auch so bleiben. Der Grundrechtseingriff im Zusammenhang mit der Impfpflicht „wäre derzeit nicht verhältnismäßig“, erklärte Edtstadler. „Gott sei Dank geht es uns gerade gut“, sagte sie laut aktueller Statistik zu den Infizierten. „Einfach gesagt, eine Verschärfung der Impfpflicht ist derzeit nicht gerechtfertigt.“

Das aktuelle Gutachten stellt fest, dass sich gegenüber dem Gutachten vom 8. März „keine wesentlichen Änderungen in der medizinischen und damit rechtlichen Beurteilung der Impfpflicht ergeben haben“, sodass sich an der Einschätzung der Gutachter nichts geändert hat. Damals hieß es, dass die vorherrschende (omicron) Variante des Coronavirus und seine Ausbreitung nicht zu einer Überlastung der medizinischen Infrastruktur führen dürften und die Zahl der Infektionen in den wärmeren Monaten des Jahres zurückgehen solle.

Im Herbst werde das wohl wieder anders sein, sagte Edstadler, deshalb sei es ratsam, sich impfen zu lassen. Sie selbst habe sich vor einigen Wochen mit dem Virus infiziert: „Ich weiß, dass eine Impfung vor schweren Erkrankungen schützt.“ 80 Jahre.

Keine PCR-Tests mehr in Schulen ab Juni

Zeitgleich mit Rauch und Edstadler, aber nicht im Bundesamt, sondern im Kultusministerium, kündigte Bildungsminister Martin Polaszek (ÖVP) an, dass „die letzte Maßnahme in der Schule aufgehoben wird“. Nämlich: Durchführung von PCR-Tests. Ob die Tests im Herbst wieder eingeführt werden, ist noch nicht klar.