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Hells Angels sind nach wie vor die Nummer eins unter den MCs in der Schweiz

1970 war Hells Angels Zürich der erste Ableger des International Motorcycle Club (MC) in der Schweiz. Und bis heute der einzige.

Wenn Sie Ihren eigenen lokalen MC in der Schweiz gründen möchten, müssen Sie Hells Angels und andere große Motorradclubs um Erlaubnis bitten. Man wolle “auf der Bühne wissen, wer wer ist und ob man sich an die ungeschriebenen Regeln des gegenseitigen Respekts hält”, heißt es in Hells-Angels-Kreisen. Auch über solche Namen, Logos und Farben sollte es keinen Streit geben.

So sind in den letzten 50 Jahren rund drei Dutzend lokale MCs entstanden. Sie besuchen Partys. Der große Unterschied zu Hell: Sie sind nur national, aber kaum international vernetzt. Weil es aber reizvoll ist, dass der Höllenengel in jedem Land eine offene Tür zu seinen „Brüdern“ hat, schließen sich viele Biker lieber den Höllenengeln an.

Siehe die Engel der Hölle: „Du brauchst uns nicht zu fürchten“ (02:32)

Hells Angels feiern eine neue Präsenz in Bern

Sie wachsen also immer noch in diesem Land. Auch in Bern wurde vor gut einem Jahr eine neue Niederlassung gegründet. Was verwundert, denn bisher ist der Kanton Bern fest in der Hand der Broncos, der kleinen Brüder der Hölle.

Dass sie sich trotzdem in Bern niedergelassen haben, dürfte kein Zufall sein: Denn mehrere Abtrünnige der Broncos versuchen dort derzeit ohne Erlaubnis der Hells Angels, einen Ableger der Bandidos zu gründen. Inakzeptabel für Hells Angels, denn auf der ganzen Welt sind Bandidos und Hells Angels Todfeinde! So entstand das Shooting in Belp BE und der glühende Club Bandidos in Thun BE.

Black Jackets, United Tribuns und Outlaws wurden bestraft

Über die Landesgrenzen hinaus ist bekannt, dass Hells andere internationale Ministerräte, die in der Schweiz unter Druck stehen, nicht duldet. Einige versuchten es dennoch. Die deutsche Straßenbande Black Jackets wurde 2010 gegründet. Dies führte 2013 zu einer Schlägerei mit Mitgliedern der Hells Angels an einer Tankstelle in Oftringen AG. Später lösten sich die Black Jackets offiziell auf.

Auch die deutsche Band Secondo United Tribuns versuchte ihr Glück in Basel. Dort wurde 2020 ein Motorradfahrer geschlagen – seine Jacke bei den United Tribunes tauchte später bei einer Polizeirazzia im Verein Hells Angels Basel wieder auf. Laut Hells Angels sollen die Tribünen wieder auseinandergefallen sein.

Der internationale MC der Outlaws wollte sich 2010 bei der Baden AG etablieren. Bei der Gründungsfeier kam es zu einer Schlägerei mit den Hells Angels und einer Strafaktion in einer Kneipe. Angeblich fahren die Räuber nur im Wallis ohne Patch.

„Plötzlich werden sie von der Polizei beobachtet“

Eine weitere Gruppe, die 2015 mit einem Auftritt der Langstrasse für Aufsehen sorgte, war Kurdengang Sondame. Er scheint nicht mehr aktiv zu sein. Satudara aus den Niederlanden gründete 2013 eine Filiale in Basel. Aus Hells-Angels-Kreisen heißt es, diese gebe es nicht mehr.

„Sobald sie merken, dass die Gründung eines Clubs ein erheblicher Aufwand ist und man plötzlich von der Polizei beobachtet wird, verschwinden diese Clubs von alleine“, sagte der Blick-Engel der Hölle.

Dann gibt es die Frauen und die Bullen, die Biker

Eine Besonderheit sind die Law Enforcement Motorcycle Clubs (LEMC), bestehend aus Polizisten und Sicherheitskräften. Sie bilden eine eigene Bühne. Klassische Rocker würden niemals Polizeibiker-Festivals besuchen. Die ersten Schweizer LEMC, die Blue Knights, erhielten vor 20 Jahren die Hells-Zulassung. Seitdem sind neue LEMCs ohne Vertrag hinzugekommen, die den Hells Angels ein Dorn im Auge sind.

Ein weiteres Feature sind Frauen MC. Sie sind nicht in anerkannten Clubs vertreten, werden aber respektiert, wenn sie auf Festivals auftreten. Dass Frauen in klassischen Biker-Clubs immer akzeptiert werden, ist nicht im Sinne der Engel der Hölle. Die LEMCs hingegen sind willkommen.